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Marilyn Manson als sensibler Maler

dornbirn Skandalrocker Marilyn Manson begeisterte vor zwei Jahren im Rahmen des Poolbar-Festivals über 5000 Fans in der Dornbirner Messehalle. Ab dem 9.

Südostschweiz
Mittwoch, 29. Oktober 2014, 01:00 Uhr

dornbirn Skandalrocker Marilyn Manson begeisterte vor zwei Jahren im Rahmen des Poolbar-Festivals über 5000 Fans in der Dornbirner Messehalle. Ab dem 9. November zeigt das Flatz Museum in Dornbirn Bilder des amerikanischen Musikers – eine bislang verborgene Seite des Exzentrikers. Marilyn Manson beschäftigt sich bereits seit über 20 Jahren mit Malerei, wie das Flatz Museum gestern in einer Mitteilung zur Ausstellung «Autopsie: Arbeiten auf dünnem Papier«schrieb. Seine bildnerischen Arbeiten widmen sich den Themen der Gewalt, des Verbrechens, des Verlustes und der Verzweiflung. Die Zartheit seiner Aquarelle steht im spannungsgeladenen Gegensatz zu seiner düsteren Motivwahl. Eine zentrale Arbeit in der Ausstellung bildet das Portrait des ermordeten und geschundenen Leichnams von Elisabeth Short. Elisabeth Short wurde im Februar 1947 in Los Angeles auf grausame Weise getötet. Zu Lebzeiten konnte Short ihren Traum, als Schauspielerin berühmt zu werden, nicht verwirklichen, erst ihre tragische Ermordung machte sie zum medialen Star. Mansons eindringliches Portrait zeige einen sich in Farben und Formen auflösenden leblosen Frauenkörper, ein sich in Raum und Zeit verlierendes unaufgelöstes Rätsel des sinnlosen, nicht begreifbaren Bösen, heisst es weiter. Schmerz und dessen Ästhetisierung sowie die Deformation und Vergänglichkeit des menschlichen Körpers sind Mansons künstlerische Obsession. Die Ausstellung, die bis 31. Januar 2015 dauert, bildet den Abschluss der von Gerald A. Matt, früherer Direktor der Kunsthalle Wien, für das Flatz-Museum kuratierten Reihe «Die Blumen des Bösen». (sda)

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