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«Kim’s Korean Modi Kapelle» in Unteriberg

«Kim’s Korean Modi Kapelle» trat am Samstagabend in der Sendung «Viva Volksmusik» von SRF mit Instrumenten des Schwyzerörgeli-Bauers Edgar Ott aus Unteriberg an.

Südostschweiz
Montag, 23. Dezember 2013, 01:00 Uhr
«Kim’s Korean Modi Kapelle» in Unteriberg

«Kim’s Korean Modi Kapelle» trat am Samstagabend in der Sendung «Viva Volksmusik» von SRF mit Instrumenten des Schwyzerörgeli-Bauers Edgar Ott aus Unteriberg an.

Von Konrad Schuler

Unteriberg. – «Kim’s Korean Modi Kapelle» stiess in der Fernsehsendung und in Unteriberg auf grosses Interesse. Der 66-jährige Kim Hong Chul am Schwyzerörgeli, der 52-jährige Musiklehrer Bang Yun Sik an der Bassgeige sowie die drei jungen Damen Jeon Dar-Eun (18 Jahre), Jeon Dar-Som (15) und Kim Eun-Jeong (13) in ihren begeisterten das Publikum. Die jüngste der Schwyzerörgeli-Musikerinnen war erstmals in der Schweiz. Zurück gehts für Bang Yun Sik und die drei Frauen am 20. Dezember in die Nähe der Hauptstadt Seoul nach Südkorea, für Kim Hong Chul am 24. nach Vancouver in Kanada, wo er sich niedergelassen hat.

Tolle Musik und Jodel vorgetragen

Die ausländischen Gäste besuchten am Sonntag zuerst mal den Ort, wo die in Südkorea und Japan gespielten Schwyzerörgeli herkommen. Schwyzerörgeli-Bauer Edgar Ott hatte sie eingeladen. In Südkorea dürften mittlerweile etwa 50 Personen Schwyzerörgeli spielen, in Japan etwas weniger. Der grösste Teil dieser Instrumente stammen aus der Werkstatt von Edgar Ott aus Unteriberg. «Das allererste Schwyzerörgeli, das ich gebaut habe, ist heute beispielsweise auch in Japan im Einsatz», sagte er am Sonntagabend. Er war es auch, der die neunköpfige Gruppe ins Restaurant Horat und Seppel’s Pizzeria führte, wo diese dann einen begeisterten und spontanen Auftritt vor vollem Haus hatten. Es wurde musiziert und gejodelt, was das Zeug hielt. Problemlos war auch das Zusammenspiel mit dem Schwyzerörgeli-Duo Lacher Bellmont. Dass die Jugendlichen sich spontan mit der englischen Sprache näher kamen, trug zum sympathischen Auftritt bei. Edgar Ott war selber schon fünfmal in Japan. Erstmals machte er diese Reise mit Wisel Gyr und Guschti Sidler aus Cham im Jahre 1992.

In Kanada vereinbart

Der Auftritt im Schweizer Fernsehen kam zustande durch einen Kontakt von Kim Hong Chul mit Nicolas Senn in Kanada. Kurzerhand wurde die Kapelle in die Sendung vom letzten Samstag eingeladen. Die Geschichte von Kim Hong Chul ist aber eine fast 50-jährige hochinteressante Begebenheit. 1965 hörte er über UKW-Sender in Südkorea Jodellieder aus der Schweiz. Er schrieb den «Tages Anzeiger» an und vermeldete, dass er gerne jodeln lernen würde. Der «Tages Anzeiger» liess ihm Tonbänder mit Jodelaufnahmen zukommen. Ein Jahr später schickte er dann aus Südkorea Jodelaufnahmen von ihm in die Schweiz an den «Tages Anzeiger». 1968 wurde «Kimi» dann von der Verkehrszentrale und dem «Tages Anzeiger» in die Schweiz eingeladen. In diesen sechs Monaten in der Schweiz, in die er wegen dem Lernen der Jodellieder kam, lernte er Wisel Gyr kennen. Wisel Gyr nahm ihn an ein Jodlerfest mit, damit er nicht nur das Jodeln in Lokalen kennenlernte. Nach diesem Jodlerfest-Besuch wusste «Kimi», was echter Schweizer Jodelgesang ist. Er entschloss sich nun, Country-Sänger zu werden und jungen Leuten in Südkorea Unterricht im Jodelgesang zu geben. 1976 wurden die ersten grossen Konzerte in Japan organisiert, federführend mitbeteiligt waren Wisel Gyr und Guschti Sidler. Aus der Schweiz wurden rund 40 Musiker und Jodlerinnen mitgenommen. Mit dabei waren Edgar Ott selig, der Vater vom heutigen Schwyzerörgeli-Bauer, und seine Schwester Erika Ott.

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