×

Ist der olympische Friede bald vorbei?

Ist der olympische Friede bald vorbei?

Noch bis Sonntag dauern die Olympischen Sommerspiele in London, dann steht für den Chef de Mission Gian Gilli eine neue Aufgabe im Zentrum: die Kandidatur Graubündens für die Winterspiele 2022.

Südostschweiz
08.08.12 - 02:00 Uhr

Von Norbert Waser

In der Antike galt zehn Monate vor dem Beginn der Olympischen Spiele ein Waffenstillstand, der bis zum Ende der Spiele und der Heimreise der Athleten galt. Ruhig verhalten haben sich bisher auch die Gegner einer Kandidatur Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022. Damit dürfte es aber bald vorbei sein. Unmittelbar nach den Sommerspielen beginnt der Abstimmungskampf für den am 3. März 2013 vorgesehenen kantonalen Urnengang über die Bündner Olympiakandidatur.

Gegner stehen Gewehr bei Fuss

Den Auftakt der grossen Informationsveranstaltungen im Vorfeld der Volksabstimmung macht das Wirtschaftsforum Südostschweiz, das am 7. September in der Gehla-Eventhalle in Chur stattfinden wird. Unter dem Titel «Olympia in Graubünden – Wunsch, Wille oder Wahn?» sollen die Pläne für Olympische Winterspiele in Graubünden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Am Wirtschaftsforum nicht vertreten sein wird das Komitee olympiakritisches Graubünden. «Wir wurden von den Organisatoren gar nicht um eine Teilnahme angefragt», sagte der Leiter des Komitees, Stefan Grass, gestern auf Anfrage. Die Umweltorganisationen hätten ihre Sicht der Dinge gerne eingebracht und Grass liess auch keine Zweifel offen, dass auch gegen die neusten Olympiapläne Widerstand geleistet werden wird. «Wir werden uns im Abstimmungskampf schon noch ins Zeug legen», kündete Grass an. Für ihn ist nämlich jetzt schon klar, dass auch ein noch so gut gemeintes Dossier bei einem Zuschlag durch das Internationale Olympische Komitee keine Relevanz mehr hat. «Das Stimmvolk soll entscheiden», sollte dieses eine Kandidatur unterstützen, würde man dies akzeptieren und das Vorhaben «im Sinne einer Schadensbegrenzung» kritisch begleiten.

Kommentieren

Kommentar senden
Mehr zu MEHR