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HCD: Elf auslaufende Verträge

Mehrere Leistungsträger spielen beim HC Davos mit auslaufenden Verträgen. Auch wenn erst neun Spiele absolviert sind, hat dies schon zu Saisonbeginn grosse Bedeutung. Denn Unsitte oder nicht: In der Schweiz wird schon sehr früh verhandelt.

Südostschweiz
Dienstag, 08. Oktober 2013, 02:00 Uhr

Von Kristian Kapp

Eishockey. – Der HC Davos begeistert derzeit seine Fans. Nicht nur liegt er in der Tabelle souverän auf Platz 1. Er spielt phasenweise ein sehr attraktives und schnelles Eishockey, das manchen Gegner bislang überforderte. Der von Trainer Arno Del Curto eingeleitete Umbau der Mannschaft und ihre Verjüngung scheint auf gutem Wege. Es könnte im Landwassertal etwas Neues, Spektakuläres zusammenzuwachsen. Oder vielleicht doch nicht? Muss der HC Davos nächste Saison seinen Umbau noch einmal radikalisieren? Es droht im Sommer 2014 im Extremfall der Abgang von gleich mehreren Leistungsträgern.

Dies sind die wichtigsten «Akten» beim HC Davos:

• Robin Grossmann: Der Verteidiger scheint jener Spieler zu sein, dessen Abgang aus Davos am wahrscheinlichsten ist. Rund um den EV Zug gibt es Stimmen, dass der 26-jährige Nationalspieler bei den Innerschweizern bereits zugesagt haben soll. «Es ist aber noch nichts entschieden», beteuert Grossmann selbst. Er habe in Davos gewiss keine schlechte Rolle. Ein Klub, der ihm aber eine noch bessere Position anbieten könne, würde sein Interesse vielleicht wecken, sagt Grossmann. In Davos sieht der Aargauer mit Beat Forster und Ville Koistinen mindestens zwei Spieler vor sich in der Hierarchie.

• René Back: Der 31-jährige Verteidiger besitzt zwar einen HCD-Vertrag bis 2016. Er kann indes jede Saison bis Ende Januar seinen Abgang bekanntgeben. Back sucht noch keinen neuen Arbeitgeber für nächste Saison. «Ich habe meinem Agenten gesagt, er solle meinen Namen nicht auf die entsprechende Liste setzen», sagt der Thurgauer. So lange es ihm in Davos passe, sehe er keine Gründe für einen Abgang. Backs Entscheid dürfte auch damit zusammenhängen, was mit den anderen Leistungsträgern mit auslaufenden Verträgen geschieht. «Wenn drei wichtige Spieler gehen, müsste man wissen, wie diese ersetzt werden», so Back.

• Peter Guggisberg: Der 28-jährige Flügelstürmer hat seinen Vertrag in Davos zwar unlängst bis 2016 verlängert, sein Agent hat aber eine Klausel einbauen lassen, die es ihm ebenfalls erlaubt, am Ende jeder Saison den HCD zu verlassen – für Aussenstehende eher überraschend nach der über drei Jahre langen Leidensgeschichte um Guggisbergs Knie. Kloten und auch der SC Bern dürften Interesse an Guggisberg haben. Sein Abgang wäre für den HCD kaum zu kompensieren. Obwohl der mit grossem Talent gesegnete Stürmer erstmals seit Februar 2010 wieder beschwerdefrei spielt und darum bei weitem noch nicht bei seinem hundertprozentigen Leistungsvermögen angekommen ist, zeigt sich bereits nach neun Spielen, welch grossen Einfluss er auf dem Eis einnimmt.

• Dario Bürgler: Bürglers Ende Saison auslaufender Vertrag beinhaltet eine einseitige Option für einen Verbleib in Davos für die Saison 2014/15. Doch löst der Spieler diese auch ein? Zug arbeitet schliesslich schon sehr lange intensiv an der Rückkehr seines vor sechs Jahren an Davos verlorenen Stürmers. «Bis Ende Oktober dürfte ein Entscheid fallen», sagt Bürgler. Er und der HCD hätten grundsätzliche Ansichten. «Und der HCD garantiert eigentlich immer ein gutes Team.» Darum werde am Ende seine persönliche Situation den Ausschlag geben.

Sieben weitere auslaufende Verträge

Im weiteren laufen auch die Verträge von Stürmer Sven Ryser und Verteidiger Noah Schneeberger, Ersatzgoalie Janick Schwendener sowie mit Ville Koistinen, Perttu Lindgren und Marcus Paulsson drei der vier Ausländer aus. Während die Zukunft von Schneeberger und Rizzi (Rücktritt? Weiterbeschäftigung als Verteidiger?) derzeit völlig offen sein dürfte, deutet bei Ryser vieles auf eine längere Zusammenarbeit hin. Der 23-jährige Flügelstürmer gehört noch nicht zu den Leistungsträgern, ist aber auf gutem Wege dazu. Bezüglich Ausländern scheint momentan ebenfalls alles offen. Trainer Arno Del Curto gibt sich bezüglich aller auslaufenden Verträge defensiv: «Wer geht, wird ersetzt. Ich will dieses Spiel nicht mitmachen und jetzt schon über erst in einem Jahr gültige Verträge reden.»

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