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Gasser-Triumph auf Kosten der Bündner FDP

Die Grünliberalen holen im Kanton Graubünden auf Anhieb einen Nationalratssitz. Die FDP hingegen bricht ein, und ihr Kandidat Tarzisius Caviezel schafft die Wiederwahl nicht.

Südostschweiz
24.10.11 - 02:00 Uhr

Von Ruedi Lämmler

Der Freisinn stellt zum ersten Mal seit Einführung der Proporzwahlen im Jahre 1919 keinen der fünf Bündner Nationalräte. In der grossen Kammer Einsitz nimmt als einziger Bisheriger und mit dem besten Einzelresultat Hansjörg Hassler von der BDP. Nach den Rücktritten von drei Mandatsträgern neu nach Bern gewählt wurden mit dem Grünliberalen Josias Gasser auch Heinz Brand von der SVP, Martin Candinas von der CVP und von der SP Silva Semadeni. Die Kantonsschullehrerin und Präsidentin von Pro Natura Schweiz sass schon von 1995 bis 1999 für die SP in der grossen Kammer.

Abruptes Ende der Erfolgsserie

Der Davoser Tarzisius Caviezel holte zwar mehr persönliche Stimmen als vor vier Jahren. Die Wiederwahl verpasste der Präsident des Hockey Clubs Davos jedoch wegen der fehlenden Listenstimmen seiner Partei. Die Erfolgsserie der Bündner FDP, welche die nationalen Wahlen vor vier Jahren gewann und letztes Jahr die Grossratswahlen, ging abrupt zu Ende.

Auf der anderen Seite setzte der Grünliberale Josias Gasser mit der Wahl in den Nationalrat seinen atemberaubenden Steigflug fort. Der 58-jährige Churer Unternehmer wurde im Jahr 2008 auf Anhieb in das Churer Stadtparlament gewählt und letztes Jahr in den Grossen Rat.

GLP als gewiefte Taktikerin

Die bürgerliche GLP erwies sich im Wahlkampf als gewiefte Taktiererin und ging eine Listenverbindung mit der Linken ein, der SP und den Grünen. Eine Listenverbindung unter den grossen bürgerlichen Parteien war hingegen an den Freisinnigen gescheitert, die mit diesem Nein ihren Nationalratssitz vermutlich verspielten.

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