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Fundaziun Nairs sucht nach Geldgebern

Fundaziun Nairs sucht nach Geldgebern

Das Zentrum für Gegenwartskunst Nairs muss dringend saniert werden. Kostenpunkt: 3,6 Millionen Franken. 1,6 Millionen Franken fehlen der Fundaziun Nairs noch. Die Verhandlungen mit der Region laufen.

Südostschweiz
vor 6 Jahre in

Von Fadrina Hofmann

Scuol. – 101 Jahre alt wird das ehemalige Badehaus in Nairs heuer. Temperaturschwankungen, Wind und Wetter, der Hangdruck von Norden sowie der intensive, jahrzehntelange Badebetrieb haben Spuren beim neoklassizistischen Gebäude hinterlassen. Heute sind Notmassnahmen und eine umfassende Renovation dringend notwendig. In einer ersten Phase hat die Besitzerin des Badehauses, die Fundaziun Nairs, substanzerhaltende Notmassnahmen getroffen. Diese Arbeiten haben im Herbst 2013 begonnen. Unter anderem muss die Stützmauer auf der Nordseite stabilisiert und der gesamte Eingangsbereich erneuert werden.

Die Architekten Urs Padrun und Christof Rösch rechnen für das gesamte Sanierungs- und Renovationsprojekt mit Kosten in der Höhe von rund 3,6 Millionen Franken. Bis Anfang März dieses Jahres wurden der Stiftung Beträge in der Gesamthöhe von mehr als zwei Millionen Franken fest zugesagt. In erster Linie handelt es sich um Gelder der Denkmalpflege und weitere Beiträge der öffentlichen Hand. Weiter haben fünf der wichtigsten Schweizer Kulturstiftungen namhafte Beiträge gesprochen. Jetzt fehlt noch ein Restbetrag von 1,6 Millionen Franken.

Nur Ganzjahresbetrieb macht Sinn

Die Region hat bisher durchaus Interesse daran gezeigt, das Badehaus zu erhalten. Die Pro Engiadina Bassa hat zwar nichts zur Renovation beigesteuert, beteiligte sich aber bisher mit jährlich 30 000 Franken an die Betriebskosten. Die Konzessionsgemeinden des Unterengadins haben 200 000 Franken für die Sanierung investiert. Auch die Gemeinden Scuol, Ardez, Ftan und Tarasp haben Beiträge von bis zu 30 000 Franken gespendet. Nun hat die Fundaziun Nairs erneut um Unterstützung durch die Region und den Kanton angefragt.

«Wenn wir nicht mindestens zwei Drittel in einer ersten Phase bauen können, ist das eine halbe Sache und das gesamte Projekt ist gefährdet», sagt Rösch, der auch Kurator in Nairs ist. Die erste Etappe könnte zwar mit den heute vorhandenen Mitteln durchaus angegangen werden, dies würde allerdings wenig Sinn machen, wenn das Geld für die zweite Etappe fehlt. «Es würde betrieblich nicht funktionieren», erklärt Rösch. In der zweiten Etappe sollen nämlich unter anderem die Innenrenovation sowie kleinere Ausbauten in Angriff genommen werden. Das Bauprojekt basiert auf dem Konzept eines Ganzjahresbetriebs, damit das Kunstzentrum konkurrenzfähig bleiben kann. «Lediglich den Sommerbetrieb beizubehalten legitimiert die Sanierung nicht», meint Rösch.

Verhandlungen laufen

Ein Businessplan und ein Marketingkonzept für das Projekt liegen vor und sind von der Innovationsstiftung Graubünden, die den Ausbau von Nairs unterstützt, für gut befunden worden. Laut Rösch laufen Verhandlungen mit der Region und dem Kanton. «Schlussendlich wird es ein politischer Entscheid sein, der darüber bestimmt, ob das Zentrum für Gegenwartskunst in eine neue Dimension geführt werden kann und weit über das Tal hinaus Ausstrahlung findet.»

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