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Erinnerungen an das grosse Porclas-Fest

Erinnerungen an das grosse Porclas-Fest

61 Jahre nach der Zentenarfeier «Festival da Porclas» in Vella ist ein Fotoalbum unter dem Titel «Centenari Porclas 1352 – 1952 Las fotografias/Die Bilder» erschienen. Am Samstag fand die Vernissage statt.

Südostschweiz
vor 7 Jahren in

Gieri Dermont

Im Jahr 1952 hatte das Lugnez in beeindruckender Art der Schlachten am Mundaun und bei Porclas, die 600 Jahre zuvor stattgefunden hatten, gedacht. Die Erinnerungen an diese Feier sind nun in einem Buch festgehalten worden. Kreispräsident Anton Derungs konnte zur Vernissage in der Mehrzweckhalle in Vella zur Vernissage zahlreiche Gäste begrüssen. Es gebe im kulturellen Leben und für das kollektive Gedächtnis einer Gemeinschaft entscheidende Momente, wo es um «heute oder nimmermehr» gehe. Einem solchen verdanke dieses Album seine Existenz. Denn die jüngsten Zeugen, die sich noch an die Feier von 1952 erinnern könnten, seien bereits im Pensionsalter. Als die Projektgruppe «Porclas 2012» mit dem Ansinnen an den Kreisrat herangetreten sei, die Festivitäten in einem Bildband aufleben zu lassen, habe dieser sofort zugestimmt und finanzielle Unterstützung zugesichert.

Erster Anlauf im Jahr 2000

Der Historiker Adolf Collenberg, dem die Redaktion oblag, skizzierte den Werdegang der Neuerscheinung. Zuvor bedankte er sich jedoch für die grosszügige Unterstützung durch den Kreis: «Il cumin ha aviert siu bien cor e surtut il tresor.» Die Idee stammte von Nicolaus Caduff, dem für das Jahr 2002 ein Erinnerungsband vorschwebte. Weil die finanziellen und personellen Ressourcen infolge des Projekts Passiun en Lumnezia fehlten, wurde das Projekt damals fallengelassen. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben und so kam es zur Gründung der Gruppe «Porclas 2012». Da man sich zum Ziel gesetzt hatte, nicht nur viele Fotos zu sammeln, sondern auch möglichst viele der abgebildeten Personen zu identifizieren, war Eile geboten. Collenberg bezeichnete Nicolaus Caduff als eigentliche Seele des Projekts, dessen Grundsatz es war, es ja nicht zu früh gut sein lassen. Das Sammeln der Bilder, aber vor allem die Identifikation der Personen erforderten einen sehr langen Atem.

Beim Sammeln, Aufbereiten des Materials und beim Identifizieren der abgebildeten Personen wurde Nicolaus Caduff-Camenisch, der die Kommentare und Bildlegenden verfasste, tatkräftig von seiner Frau Antonia Caduff-Camenisch, vom Ehepaar Gregori und Maria Riedi-Heisch sowie von Simon Derungs und Pius Bundi unterstützt.

Das Album umfasst knapp 400 Fotos auf 214 Seiten, die rund um die Zentenarfeier sowie vor allem am Festtag selbst, am Pfingstmontag 1952, entstanden sind. Nach einer Wegleitung von Kreispräsident Anton Derungs werden die Vorbereitungen von Zeitzeugen geschildert und mit Ikonografien, Faksimiles verschiedener für das Festival geschaffenen Lieder von den Lugnezer Komponisten Gion Giusep Derungs und Gion Luregn Arpagaus mit Texten von Toni Halter sowie weiteren Dokumenten illustriert.

Reprint der Festschrift

Die Bilder vom Fest selber sind in verschiedene Teile gegliedert. Den Auftakt bildet das religiöse Fest, mit Prozession und dem Gottesdienst unter freiem Himmel. Es folgen die Bilder zum profanen Fest mit historischem Umzug und mit historischem Drama.

Dem Bildband beigelegt ist ein Reprint der Festschrift von 1952 mit dem Festspiel von Toni Halter sowie eine Liste der Darstellerinnen und Darsteller.

Das Werk ist ein einzigartiges Dokument, das nicht nur in Graubünden, sondern in der Schweiz seinesgleichen sucht. Ein Grossteil der Bevölkerung eines Tales von den Grosseltern bis zu den Jüngsten an einem Tag und Ort in religiöser und patriotischer Aktion fotografiert. Dass es 60 Jahr nach dem Entstehen der Fotografien gelungen ist, beinahe alle abgebildeten Personen zu identifizieren – es dürften über 2000 sein – lässt den Betrachter staunen und verdient höchste Anerkennung. Das Lugnez darf einmal mehr stolz auf ein gelungenes Werk sein.

«Centenari Porclas 1352 – 1952 Las fotografias/Die Bilder». Herausgeber: Cumin Lumnezia, Vella 2013.

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