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Ericsson sieht Niederlage des HCD auf der Tribüne

Der HC Davos hat gestern Abend in Rapperswil-Jona gegen die Lakers in einem verrückten Match in der Verlängerung mit 6:7 verloren. 3:1, 3:6 und 6:6 lauteten die Torfolge aus Davoser Sicht, die ein miserables Mitteldrittel hatten.

Südostschweiz
Mittwoch, 05. Dezember 2012, 01:00 Uhr

Von Hansruedi Camenisch

Eishockey. – Um es gleich vorwegzunehmen: Die HCD-Neuerwerbung Loui Ericsson, der vorerst bis Ende Jahr beim Bündner NLA-Klub bleiben wird, traf gestern pünktlich um 16.35 Uhr aus dem schwedischen Göteborg kommend in der Schweiz ein. Der NHL-Lockout-Spieler der Dallas Stars reiste mit seinem Agenten auch gleich von Kloten nach Rapperswil-Jona weiter. Die Partie gegen die Lakers musste Eriksson dennoch von der Pressetribüne aus verfolgen. Erstens fehlte auf dem Flughafen sein Eishockeymaterial, und zudem war die Spielberechtigung noch nicht vorhanden. Der Schwede trainiert heute erstmals in Davos. Sein Debüt in den HCD-Farben gibt er am Freitagabend im Heimspiel gegen Lugano.

Infolge der langen Verletztenliste mussten die Bündner die Partie mit nur drei Ausländern und elf Stürmern bestreiten. Im Vergleich zum letzten Match gegen Biel fehlten neu Rick Nash (Adduktorenzerrung), Sandro Rizzi (Prellung am Fuss) und Sven Ryser (Hirnerschütterung). Das Total der abwesenden Stürmer erhöhte sich auf sieben. In einer wesentlich komfortableren Situation befanden sich die Lakers. Mit Juraj Kolnik und dem Ex-Davoser Petr Sejna meldeten die Platzherren gleich zwei Ausländer als «überzählig» auf dem Matchblatt.

Krasse Fehler hüben und drüben

Vom personellen Vorteil war aus Sicht der Gastgeber allerdings auf dem Eis nichts zu erkennen. Ericsson sah viel mehr eine insgesamt von extrem vielen individuellen Fehlern und Missverständnissen geprägte Partie. Die 4704 Zuschauer frohlockten zwar ob der vielen Treffer und sprachen von einem attraktiven Match, den Trainern gefiel die Vorstellung hingegen bestimmt nicht. Wegen eines Eigentors von Joe Thornton gingen die Platzherren in Führung. Der glückliche Treffer löste die offenkundige Verunsicherung bei den Platzherren jedoch nicht. Reto von Arx, Tim Ramholt und Dario Bürgler nutzten grosse Löcher in der Lakers-Defensive bis zur ersten Pause zu einer 3:1-Führung.

Eine frühe Vorentscheidung wars allerdings nicht. Mit einem Doppelschlag durch ein Zufallstor von Mike Del Zotto und einen haltbaren Treffer von Antonio Rizzello meldeten sich die Lakers zu Beginn des Mitteldrittels zurück. Für die Bündner begann damit ein miserables Mitteldrittel, wie es schlechter kaum noch hätte sein können. Im Spiel der Davoser stimmten die Abstimmung und das Positionsspiel gar nicht mehr. Als Loïc Burkhalter mit seinem zweiten Treffer in dieser Partie und Sven Berger den Vorsprung innert 43 Sekunden bis zur 36. Minute auf 6:3 erhöhten, schienen die Gäste einer Riesenblamage entgegenzusteuern.

Davoser Sturmlauf

Das dachten wohl auch die Platzherren. Die Davoser offenbarten jedoch grosse Moral und viel Kampfgeist. «Die Bündner liessen Welle um Welle auf unser Tor folgen, so dass sich unsere Abwehr kaum noch organisieren konnte», zollte Lakers-Coach Harry Rogenmoser dem HCD nach dem Match Respekt. Thornton, Petr Sykora in doppelter Überzahl und Dino Wieser sorgten bei diesem Sturmlauf mit ihren Toren für den verdienten Ausgleich.

Am Ende des Schlussdrittels sowie zu Beginn der Verlängerung überstanden die Davoser eine kleinliche Strafe gegen Sykora unbeschadet. Kurz danach musste Ericsson aber doch noch mitansehen, wie Sven Berger die Lakers zum Sieg schoss.

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