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Ein Sieg, aber kein Grund zur Euphorie

Die Kritik nach der Niederlage in Montenegro war heftig. Sie war aber gerechtfertigt. Dies wussten die Schweizer Nationalspieler und versprachen für den gestrigen Abend gegen Wales einen engagierten Auftritt und einen Sieg.

Südostschweiz
13.10.10 - 02:00 Uhr
Zeitung

Von René Weber

Beide Versprechen haben sie gehalten. Dies ist bemerkenswert. Dies war aber auch zwingend. Im dritten EM-Qualifikationsspiel wurde allerdings nur das bescheidene Wales mit 4:1 besiegt. Es war ein verdienter Erfolg – keine Frage. Auch wenn dem Team von Trainer Ottmar Hitzfeld längst nicht alles gelang, hat sich die Schweiz die drei Punkte mit Herz und Leidenschaft erkämpft.Obwohl das Publikum die Schweizer Mannschaft nach dem Abpfiff frenetisch feierte, darf man den klaren Sieg und die Leistung der Schweizer Mannschaft nicht überbewerten. Grund zur Euphorie besteht nicht. Noch immer steht das Nationalteam mit dem Rücken zur Wand. Das 4:1 war nur ein erster kleiner Schritt zur Besserung und zu möglicherweise wieder erfolgreicheren Zeiten. Der Sieg hat auch den Super-GAU abgewendet, schon in diesem Jahr die Teilnahme an der Euro 2012 in Polen und der Ukraine definitiv abschreiben zu müssen. Mit drei Punkten aus drei Spielen kann man in der Gruppe G nun sogar die Hoffung haben, die Endrunde (über die Barrage) erreichen zu können.Bis im kommenden März, wenn in Bulgarien das nächste Qualifikationsspiel ansteht, hat Ottmar Hitzfeld einiges zu tun. Trotz dem Erfolg gegen Wales waren die Defizite und Baustellen in der Schweizer Mannschaft gegen Wales nicht zu übersehen. Der Trainer wird um eine Kurskorrektur nicht herumkommen – auch einer personellen. Das Festhalten an bewährten Spielern muss ein Ende haben. Im November muss Hitzfeld im Testspiel gegen die Ukraine die Möglichkeit nützen, neue, junge Spieler zu testen. Nur so kann er den Druck auf die aktuellen Spieler erhöhen, welche im Gegensatz zu den letzten Monaten gestern zwar nicht schlecht, aber auch nicht restlos überzeugend gespielt haben.

rweber@suedostschweiz.ch

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