Die Kläuse werden wieder durch Kaltbrunn tanzen
Der «Rundgang der Kläuse» ist in Kaltbrunn ein jahrhundertealter Brauch. Die Kaltbrunner Klausgesellschaft hat nun beschlossen, den Brauch dieses Jahr wieder durchzuführen.
Der «Rundgang der Kläuse» ist in Kaltbrunn ein jahrhundertealter Brauch. Die Kaltbrunner Klausgesellschaft hat nun beschlossen, den Brauch dieses Jahr wieder durchzuführen.
Kaltbrunn/Uznach. – Am Dienstag, 20. November, und Samstag, 24. November, soll in Kaltbrunn und Uznach ein alter Brauch fortgeführt werden: Der «Rundgang der Kläuse».
Laut Überlieferung dürfen die Klausgänge alle drei bis fünf Jahre in der Katharinenwoche abgehalten werden, teilt die Kaltbrunner Klausgesellschaft mit.
Die aus 14 Mitgliedern bestehende Klausgesellschaft fand es deshalb angebracht, den Klausgang nach vierjährigem Unterbruch wieder zum Leben zu erwecken.
Höhepunkt bei Brunnen und Kirche
Am Dienstag, 20. November, wird sich der Klausgang in Kaltbrunn von der Steinenbrücke ins Dorf bewegen, am Samstag, 24. November, vom Dorf Kaltbrunn bis ins Städtchen Uznach. Eine Verschiebung käme nur bei ganz schlechter Witterung in Frage.
Ein Höhepunkt des Rundgangs ist das Eintreffen der Kläuse im Dorfkern von Kaltbrunn mit der Volte um den Dorfbrunnen und anschliessender Referenz vor der Kirche. Richtzeit für diesen Höhepunkt ist zirka 20 Uhr am Dienstag im Dorfkern Kaltbrunn, und um 20.30 Uhr am Samstag im Städtchen Uznach.
Dieser althergebrachte Brauch wurde erstmals im Jahre 1674 urkundlich erwähnt.
Glücklicherweise habe er ins moderne Zeitalter überliefert werden können, schreiben die Organisatoren. Noche heute locke er Menschenmengen an.
Die Organisatoren haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Die ausgewählten Mitglieder – ledige, gesunde und kräftige Kaltbrunner Burschen, wie es in der Mitteilung heisst – rüsten sich in harter Probenarbeit für den anstrengenden Klausgang. Tanzend ziehen die zwölf Kläuse durch Kaltbrunn. Sie stellen zahlensymbolisch die zwölf Apostel dar.
Kaltbrunner Kläuse tragen einheitliche Kleidung: Weisses Hemd, knallrote Krawatte, lange weisse Hosen, buntbestickte Hosenträger und lederbesohlte, hohe Schnürschuhe.
Kopfbedeckung als grösster Stolz
Grösster Stolz eines Klauses ist seine Inful. Die Kopfbedeckung, in der eine Kerze flackert, deutet die Bischofswürde des St. Nikolaus an. Bei Dunkelheit kommen die aus vier Millimeter dickem Karton hergestellten Infulen prächtig zur Geltung. An ihrem reich verzierten Ledergürtel tragen die Kläuse bis zu zwölf Kilo schwere Treicheln. Mit rhythmisch-tänzelnden Schritten bringen sie die Tiroler-Schellen zum Klingen. Ein Eseltreiber jagt seinen schnappenden Esel durch die Strassen.
Dabei handelt es sich um ein «Steckenpferd»-ähnliches Holztier.
Durch ihn sollen die Zuschauer in Angst und Schrecken versetzt werden.
Bescherung und «milde Gaben»
Auf einem Wagen werden Hefegebäcke, Torten, Eierzöpfe und Biberli mitgeführt. Damit beschenken die Kläuse die Familien, welche an der Klausgangroute wohnen. Diese bedanken sich laut Überlieferung jeweils mit einer «milden Gabe». Heute sei es üblich, als «milde Gabe» ein Trinkgeld zu geben, so die Organisatoren. Das helfe der Klausgesellschaft ihre Unkosten zu decken.
Da die Quartiere an der Klausroute stetig wachsen, sei es leider nicht mehr möglich, alle Familien an der Haustüre zu bescheren. Daher werden einige angeschrieben und zu einem Treffpunkt gebeten.
In Uznach werden die im Städtchen wohnhaften Familien direkt vom Biberliwagen beschert.
Der Auftritt der Kaltbrunner Kläuse stosse weit über die Gemeindegrenzen hinaus auf reges Interesse, heisst es in der Mitteilung. Die Dorfstrassen seien jeweils vollgedrängt. (eing)
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