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In der kalten Jahreszeit am Golfball bleiben

In der kalten Jahreszeit am Golfball bleiben

Dank einer neuen Indoor-Golfanlage mit fünf Simulatoren kommen Golfer aus der Region in Rapperswil-Jona auch im Winter zu ihrem Training. Die Anlage ist aber nicht nur für Profis, sondern auch für Anfänger gedacht.

Südostschweiz
09.11.10 - 01:00 Uhr

Von Matthias Hobi

Rapperswil-Jona. – «Wie oft hast du Golf gespielt», fragt mich Fränzi Ritter von Golf Now in Rapperswil-Jona. «Noch nie», sage ich. Ritter führt mich in einen der Full-Swing-Golf-Simulatoren, wo sie mir die Grundzüge des Spiels erklärt. Insgesamt fünf dieser hochmodernen Anlagen stehen im Rapperswil-Joner Engelhölzli. Die 60 schönsten Plätze der Welt können mit ihnen bespielt werden. Wir entscheiden uns für «Pebble Beach» in Kalifornien, denn schliesslich will ich mich auf das Spiel gegen Ueli Amberg, einen der Verwaltungsräte von Golf Now, vorbereiten.

Eine Datenfülle über das Spiel

Golfen ist nicht so einfach, wie ich gedacht habe. Während Ritter die Bälle wuchtig gegen die Leinwand haut, bin ich froh, wenn ich den Ball überhaupt treffe. Laut Ritter soll dies bei Anfängern aber normal sein. Und tätsächlich gelingt es mir nach einer Weile, den Ball in Richtung virtuelles Loch zu schlagen.Die Bedienung der Anlage stellt sich als intuitiv und einfach heraus, während die Grafik des Simulators eher an Playstation-2-Zeiten erinnert. Dafür glänzt der Simulator mit anderen Qualitäten. So kann er Flugbahn, Geschwindigkeit, Weite und sogar den Drall des Balles berechnen. Möglich machen dies zwei Infrarot-Lichtschranken, welche die Daten sammeln und auf den Bildschirm übertragen. Zudem lassen sich unzählige Spielvarianten von simpler Driving-Range bis zum 18-Loch-Turnier für vier Personen einstellen. Die Datenfülle soll dem Spieler bei der Verbesserung seines Spiels helfen.

Etwas Stil gehört dazu

Als Ueli Amberg eintrifft, fühle ich mich bereit für die Partie. Meinen Fähigkeiten entsprechend schummle ich und gebe mir einen Boost von 50 Prozent, damit meine Bälle weiter fliegen, und wähle für Amberg ein grösseres Handicap.Ich bemerke aber, dass Amberg ebenfalls schummelt, denn im Unterschied zu mir hat er einen weissen Golferhandschuh montiert. Als ich ihn darauf hinweise, gibt er mir auch einen Handschuh. Etwas Stil gehört ja schliesslich zum Golfspiel.Die Anlage sei aber nicht nur als Trainingsgerät für Profis und ambitionierte Amateure gedacht, sondern auch als Alternative zur Bowlingbahn. «Wir wollen den Golfsport einem breiteren Publikum zugänglich machen, wie dies in anderen Ländern bereits der Fall ist», so Amberg. Deshalb würden die Preise tief angesetzt. Mit 80 Franken Simulatormiete pro Stunde, kann sich die Golfanlage durchaus mit Bowlingbahnen messen.

Im Winter für die Platzreife üben

Vier Golf-Lehrer und jede Menge Messtechnik stehen ambitionierten Spielern zur Verbesserung ihres Spiels zur Verfügung. Amateure und Profis sind die Hauptzielgruppe von Golf Now. Dank der Simulatoren können sie auch im Winter an ihrem Handicap arbeiten und müssen so im Frühling nicht erst wieder zu ihrer alten Form finden. Einsteiger können die Technik im Winter erlernen, um sich auf die Platzreife vorzubereiten.Dass ohne Training und Lehrer nicht viel drinliegt, hat die Proberunde deutlich gezeigt. Die Partie auf einem fiktiven Par-3-Kurs geht an Amberg. Spass hat das Indoor-Golfen dennoch gemacht.Und beim Putten auf dem Putting-Green habe ich ihm gezeigt, dass ein klitzekleines bisschen Tiger in mir steckt. Als mich eine seiner Kundinnen nach dem Spiel fragt, wie lange ich schon golfe, sage ich selbstbewusst: «Seit heute.»

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