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Der geplante Davoser Heliport

Seit einem Jahr herrscht Stillstand rund um das Projekt für einen Heliport bei der Talstation der Davoser Pischabahn. Doch jetzt will die Swiss Helicopter AG ihren Plan wieder vorantreiben.

Südostschweiz
Montag, 24. Juni 2013, 02:00 Uhr

Von Béla Zier

Davos. – Gegen Ende Jahr wird das Davoser Luxushotel «Intercontinental» eröffnet. Wer richtig gut bei Kasse ist und sich dort eine der luxuriösen Suiten gönnt, den könnte es auch danach verlangen, sich vom Flughafen Zürich direkt und bequem per Helikopter nach Davos einfliegen zu lassen. Weil Davos aber keinen offiziellen Helikopterlandeplatz besitzt, ist das – ausser am Jahrestreffen des World Economic Forums – aber nicht möglich. Die Voraussetzungen dafür wären zwar gegeben, denn im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt des Bundesamts für Zivilluftfahrt ist ein Heliport in Davos verankert. Alle bisherigen Versuche, einen solchen zu realisieren, scheiterten allerdings in der Vergangenheit an der Standortfrage. Die Churer Swiss Helicopter AG ist der Überzeugung, dass sich das Areal bei der Talstation der Davoser Pischabahn im Flüelatal für einen Heliport eignen würde. Im Juli 2012 war das Projekt bekannt geworden. Offensiv weiterverfolgt wurde es in der Zwischenzeit jedoch nicht mehr.

Politischer Wechsel war kein Grund

Das Projekt bestehe nach wie vor, aber «in der Zwischenzeit ist eigentlich nichts passiert», sagt Willi Gredig, Verwaltungsratsdelegierter der Swiss Helicopter AG. In der zweiten Jahreshälfte werde man das Vorhaben vorantreiben und das Gespräch mit der Davoser Gemeindebehörde suchen. Wollte man abwarten, bis der neue Davoser Kleine Landrat im Amt ist? Der frühere Davoser Landammann Hans Peter Michel stand dem Projekt nämlich eher skeptisch gegenüber.

«Es ist überhaupt noch nicht ausgewiesen, ob das Bedürfnis für einen Helikopterlandeplatz vorhanden ist», hatte Michel letztes Jahr gegenüber der «Südostschweiz» festgehalten. Zudem hatte er damals angemerkt, dass das Interesse des Investors an einem Heliport in Davos im Moment «nur mittelmässig» sei. Gredig verneint, dass der Projektstillstand einen Zusammenhang mit dem personellen Wechsel an der politischen Spitze von Davos hatte: «Das hat damit nichts zu tun und hatte keinen Einfluss. Meine Gespräche mit Hans Peter Michel waren konstruktiv.»

Lärmmessungen sind erfolgt

In einem Bereich wurde an dem Heliport-Projekt weitergearbeitet, denn gemäss Gredig fanden Lärmmessungen statt. «Wir hätten eine gute Ausgangslage. Gemäss den Auswertungen sind wir überall in einem unproblematischen Bereich. Daran würde es nicht liegen.» Der Flugbetrieb wäre also nicht zu laut? Gredig dazu: «Genau. Es gibt durchaus Zu- und Abflugrouten, die absolut unproblematisch wären.» Mehr Details, vor allem von wie vielen Flugbewegungen jährlich auszugehen wäre, liegen noch nicht vor. Der Heliport könnte touristisch wie auch für Materialtransporte genutzt und in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren realisiert werden.

Die Frage, ob sich gegen den Davoser Heliport Widerstand breitmachen würde, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Die Haltung von Gredig steht selbstredend fest: «Davos sollte die Möglichkeit eines Heliports nicht an sich vorbeiziehen lassen. Es ist natürlich klar, dass man auch grundsätzlich gegen alles sein kann.» Sollte das Bundesamt für Zivilluftfahrt den im Sachplan Infrastruktur festgelegten Heliport nicht mehr Davos zusprechen, dann wäre die Möglichkeit nicht mehr gegeben. Gredig: «Die Türe ist jetzt einen Spalt offen. Ich fände es schade für Davos, wenn man sich diese Option verbauen würde.»

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