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Das Glück weilt an der Higa

Dafür, dass es auch den jüngeren Besuchern an der Higa nicht langweilig wird, sorgt der Circus Balloni. Auftritte in Graubünden sind für den alleinunterhaltenden Zirkusanimatoren Lucas «Pepe» Cadonau immer etwas Besonderes.

Südostschweiz
Samstag, 19. Mai 2012, 02:00 Uhr Streiflicht

Von Sarah Blumer

«Wie hast du die Nase angemacht», fragt ein blonder Junge Clown Pepe und streckt seinen Finger in Richtung Clownnase. «Eine Schraube durch den Kopf und hinten eine Mutter», antwortet dieser, ohne zu zögern. Der Junge gerät sichtlich ins Grübeln. Es ist diese direkte und offene Art, die der Zirkusanimator an den Kindern so mag und sich deshalb keinen schöneren Beruf vorstellen kann. «Manchmal kommt es vor, dass Eltern ihre Kinder zurechtweisen, nicht so frech zu sein, doch ich wecke ja etwas in den Kindern, und so entsteht eben diese lockere Atmosphäre.»

Willkommene Abwechslung

Die zahlreichen Kinder an diesem Nachmittag geniessen es zweifelsohne, von dem tollpatschigen Clown mit den übergrossen Schuhen und dem schwarzen Hut auf seine für Clowns üblich kuriose Art unterhalten zu werden. Denn schliesslich ist eine Messe wie die Higa nicht sehr spannend für Kinder. So ist der Circus Balloni eine willkommene Ablwechslung für sie wie auch für ihre Eltern, die es freut, wenn ihre Kleinen am Abend etwas Freudiges zu erzählen haben, bevor sie dann müde ins Bett fallen.

Lucas «Pepe» Cadonau wiederum wird an diesem Abend nicht etwa im Hotel ein Bett beziehen, er und seine Familie besitzen ein Ferienhaus in der Surselva, wo sie so oft wie möglich Zeit verbringen. «Wir sind mehr als 100 Tage im Jahr hier», erzählt er. Auch seine beiden Söhne Gian und Nicolas verbringen gerne Wochenenden mit Freunden in den Bergen. Und auch mit dem Familienzirkus sind sie eng verbunden. Gian ist technischer Leiter des Familienunternehmens, das bis zu 20 Animatoren beschäftigt. Nicolas arbeitet wie auch seine Mutter Dagmar im kaufmännischen Bereich. Zudem assistieren sie ihrem Vater abwechselnd an der Higa, was ihnen offensichtlich grosse Freude bereitet.

«Ich will ein schwarzes Schwert», antwortet ein Junge auf die Frage nach dem gewünschten Ballontier. Auch dieser Wunsch erfüllt ihm Pepe mit zwei, drei Handgriffen, und einen Gürtel mit Schwertschlaufe gibts obendrein.

Jonglieren mit Tellern

Immer wieder bleiben auch Erwachsene minutenlang stehen und schmunzeln ab dem tollpatschigen Clown und den aufgeweckten Kindern, die sich im Jonglieren mit Tellern und Bällen oder auch im Ballontierebasteln versuchen. Doch besonders bei Letzterem tun sich die Sprösslinge ziemlich schwer und so verwandelt am Ende doch Pepe selbst die farbigen Ballone aus seinem alten, braunen Koffer in rosa Pudel, gelbe Giraffen oder violette Blumen.

Auftritte in aller Welt

Der Circus Balloni ist in den vergangenen 20 Jahren bereits weit rumgekommen. «Wir sind auch schon in Südafrika aufgetreten und werden diesen Sommer in Kanada sein», erzählt Lucas mit glänzenden Augen. Offensichtlich versteht er es, Leute auf der ganzen Welt zum Lachen zu bringen – seine Form vom Glück. «Am Abend heimzukommen und zu wissen, dass ich heute 500 Leute glücklich gemacht habe, das macht mich glücklich.»

Noch heute Nachmittag kann von 14 bis 17 Uhr mit dem Clown Pepe an der Higa jongliert, gezaubert und gelacht werden.

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