Beschneiung: Das Modell der Finanz Infra AG macht Schule
Auch bei der Finanzierung von Beschneiungsanlagen hat die Destination Flims Laax Falera Pionierarbeit geleistet. So hat sie schon 2004 die von der öffentlichen Hand mitgetragene Finanz Infra AG gegründet. Nun gibt es Nachahmer.
Auch bei der Finanzierung von Beschneiungsanlagen hat die Destination Flims Laax Falera Pionierarbeit geleistet. So hat sie schon 2004 die von der öffentlichen Hand mitgetragene Finanz Infra AG gegründet. Nun gibt es Nachahmer.
Von Denise Alig
Chur. – Am Wochenende haben die Flimser einer Erhöhung des Aktienkapitals der Gemeinde um weitere 1,6 Millionen Franken an die Finanz Infra AG klar zugestimmt (Ausgabe vom Montag). Zuvor hatten auch die Gemeinden Laax (plus 1,6 Millionen Franken ) und Falera (plus 0,8 Millionen Franken) Ja gesagt zu einer Aktienkapitalerhöhung der Finanz Infra AG von total fünf auf zehn Millionen Franken. Die Weisse Arena Bergbahnen AG ist mit einer Million Franken an der Finanz Infra AG beteiligt.
Brigels und Co. in den Startlöchern
Was in der Alpenarena seit 2004, als die Finanz Infra AG gegründet wurde, Realität ist, wird nun für andere zum Vorbild. So bestätigte Richard Caduff, der Gemeindepräsident von Brigels, gegenüber der «Südostschweiz», dass die Gemeinden Brigels, Waltensburg und Andiast über die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft zur Finanzierung der Beschneiungsanlagen nach dem Modell der Finanz Infra AG nachdenken. «Wir sind an den Vorarbeiten für ein solches Projekt», sagte Caduff. Details könnten noch nicht kommuniziert werden. Sicher sei, dass die Bevölkerung das letzte Wort zu einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft mit einem Aktienkapital von insgesamt einer Million Franken haben werde.
700 000 Franken im Budget 2013
Weiter bestätigte Caduff die von der romanischen Tageszeitung «La Quotidiana» letzte Woche verbreitete Meldung, wonach die Gemeinde Brigels vorsorglich einen Betrag von 700 000 Franken als ihren Anteil an einer solchen Infrastrukturgesellschaft ins Budget 2013 aufgenommen habe. Die Gesellschaft wäre die Besitzerin der Bodenrechte, und unter anderem der Wasserleitungen und -schächte. Die übrigen Anlagen blieben im Besitz der Bergbahnen.
Auch Disentis?
Laut Marcus Gschwend, dem Geschäftsführer der Dachorganisation Bergbahnen Graubünden, macht man sich im Übrigen auch in der oberen Surselva, so namentlich in Disentis, Gedanken über die Realisierung eines ähnlichen Modells wie in Flims Laax Falera. «Dort steht man allerdings erst am Anfang, denn die Bergbahnen Disentis verfügen heute noch nicht über Beschneiungsanlagen. Zuerst werden jetzt das Beschneiungskonzept und die planerischen Grundlagen erarbeitet, bevor im nächsten Schritt das Finanzierungsmodell folgt.»
Auch die Bevölkerung von Vaz/Obervaz beteiligt sich finanziell an den Beschneiungsanlagen der Lenzerheide Bergbahnen AG, wie Gschwend weiter sagte. Allerdings wurde dort nicht eine Infrastrukturgesellschaft gegründet. Vielmehr haben sich die Politische Gemeinde und die Bürgergemeinde mit namhaften A-Fonds-perdu-Beiträgen am Bau der Speicherseen Scharmoin und Valos beteiligt. Die Speicherseen gehören der Politischen Gemeinde und werden in deren Rechnung als Spezialfinanzierung geführt. Die jährlich anfallenden Kosten für Unterhalt, Amortisation und Verzinsung werden über Gebühren durch die Lenzerheide Bergbahnen AG gedeckt.
Arosa: Andere Prioritäten
Keine Bestrebungen, ein ähnliches Modell wie Flims Laax Falera zu entwickeln, gibt es dagegen in Arosa. «Bei uns steht die Realisierung eines solchen Projekts nicht im Vordergrund», sagte Philipp Holenstein, Direktor der Arosa Bergbahnen AG, gestern. Man werde die Beschneiungsanlagen weiterhin aus Eigenmitteln und Bankkrediten finanzieren. So habe allein die dritte Ausbauetappe 15 Millionen Franken gekostet. «Priorität hat für uns im Moment die Skigebietsverbindung mit der Lenzerheide, an welche die Gemeinde Arosa voraussichtlich einen A-fonds-perdu-Beitrag von 1,5 bis zwei Millionen Franken beisteuern wird.»
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