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Bald gibts Frauenpower im Rennverein Maienfeld

Sehen und gesehen werden war auch in diesem Jahr das Motto der Internationalen Pferderennen Maienfeld-Bad Ragaz. Auch zu reden gab es einiges: Zum Beispiel, dass bald eine Frau im Rennverein Maienfeld das Zepter führen wird.

Südostschweiz
11.10.10 - 02:00 Uhr
Zeitung

Von Dario Morandi (Text) und Rolf Canal (Bilder)

Maienfeld. – Der Rennverein Maienfeld-Bad Ragaz setzt künftig auf eine Frau: Sarah Ambühl-Cappellin, die mehrfache Bündner Meisterin im Springreiten, übernimmt das Vereinspräsidium von Interimspräsident Michael Stocker. Und dieser liess es sich nicht nehmen, die junge Frau höchstselbst mit den Grössen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bekannt zu machen, die sich an den Tischen der Ehrengäste vom Rennverein wie immer zum Nulltarif verköstigen liessen. Zwar sei der Pferderennsport nicht ihre angestammte Domäne. Sie freue sich aber sehr auf die neue Aufgabe, da sie als Maienfelderin emotional stark mit den Pferderennen verbunden sei, sagte die desiginierte Präsidentin.

Junge Kräfte ans Ruder

Des Lobes voll über Stockers Nachfolge war Ehrenpräsident Rico Zindel, der mit seinem Amtskollegen Hannes Guler über die alten Zeiten plauderte. Es sei schön, dass junge Kräfte ans Ruder kämen und es so in Maienfeld weiterhin Pferderennen geben werde. Zindel muss es wissen. Der 75-Jährige ist gewissermassen der «Urvater» der Maienfelder Pferdesporttage.

Stimmung leicht getrübt

Auszumachen im Gästereigen waren neben vielen anderen auch die Regierungsräte Hansjörg Trachsel und Martin Schmid. Letzterer tafelte auf Einladung von CEO Kurt Bobst zusammen mit anderen Behördenmitgliedern im VIP-Zelt des Bündner Energiekonzerns Repower. Und da wurde die gute Stimmung leicht getrübt. Greenpeace-Aktivisten schwenkten, diskret überwacht von Urs Nutt, dem Chef der Spezialeinheiten der Bündner Kantonspolizei, vor der Hauptribüne Transparente, auf denen das geplante Kohlekraft-Engagement der Repower angeprangert wurde. Kaum etwas davon mitbekommen hatten Ständerat Christoffel Brändli und Gattin Ursina Brändli, die mit dem ehemaligen Churer UBS-Chef Jan Rusca über die hohe Politik diskutierten. «Politik ist nicht so dynamisch, als dass Gespräche etwas an ihr ändern könnten», meinte Brändli trocken. Diese Erfahrung dürfte auch Grossrat Heinz Dudli gemacht haben. Er will nach seinem Rückzug aus dem BDP-Fraktionspräsidium «politisch etwas kürzer treten», wie er sagte. Alt Ständerat Ulrich Gadient, nach wie vor ein passionierter Rösseler, genoss zusammen mit seiner Tochter, Nationalrätin Brigitta M. Gadient, die Rennplatz-Atmosphäre, und Aldo Schellenberg, der neue Kommandant der Gebirgsinfanteriebrigade 12, nutzte die Gelegenheit, um neue Netzwerke zu knüpfen. Vertreten war aber auch die übrige Bündner Reiterzunft, und zwar jene des Springsports: Martina Luzi, die Präsidentin des Reitvereins Chur, holte sich zusammen mit Vorstandskollegin Barbara Frey sowie ihrer Reiterkollegin und Churer Künstlerin Menga Dolf auf dem Rennplatz Inspirationen für den nächsten Churer Hallenconcours. Rundum zufrieden mit dem Publikumsaufmarsch zeigte sich der Maienfelder Stadtpräsident Max Leuener. Er sei froh, dass der Rennverein wieder Tritt gefasst habe. «Denn die Pferderennen sind für uns eine enorm wichtige Veranstaltung.»

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