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Ausdruckskraft und Leichtigkeit

Die dritte Exposition dieses Jahres in der Cuort Ligia Grischa in Trun ist dem amerikanischen Künstler Lawrence McLaughlin gewidmet. Zu sehen sind Betonskulpturen und Monoprints, teils in Disla entstanden.

Südostschweiz
Montag, 23. Juli 2012, 02:00 Uhr Ausstellung

Von Juscha Casaulta

Erneut ist es Giusep Decurtins, dem Verantwortlichen des Museums Sursilvan in der Cuort Ligia Grischa in Trun, und seinem Team gelungen, eine besondere Ausstellung zu realisieren. Der amerikanische Plastiker Lawrence McLaughlin zeigt seine Betonskulpturen und Monoprints. Laut Kuratorin Marianne Mittelholzer alias Mascha Mioni, die selber auch schon an diesem Ort ihre Werke ausgestellt hat, ist es das erste Mal, dass McLaughlin Skulpturen und Bilder in derselben Exposition zeigt.

Von Amerika nach Trun

Wie kommt ein international bekannter Künstler, der zwischen seinen Ateliers in Phoenix (Arizona) und in der Provence (Frankreich) pendelt, dazu, in der Surselva auszustellen? Seit zehn Jahren kenne er dank Marianne Mittelholzer, die das Haus Bundi in Disla besitzt, die Gegend, sagte der Künstler. Und so kommt es, dass einzelne Exponate ebenfalls dort entstanden sind. Auch entlang des Kunstpfades am Rhein in Trun trifft man übrigens Werke von ihm an. Am Samstag anlässlich der Vernissage in der Cuort Ligia Grischa sprach Rico de Castelberg, Künstler und Architekt aus Disentis, die einführenden Worte. Lawrence McLaughlin, 1956 in Minnesota geboren, verbrachte nach seinem Kunststudium in den USA zwei Jahre als Plastiker in London. 1984 besuchte er die Ecole des Beaux Arts in Paris, «die Künstlerschmiede schlechthin». Dabei habe er sich auch mit der Technik der Betonskulptur und des Monoprints befasst. Letztere befinden sich zahlreich in der Ausstellung. «Auch wenn sie Kunstdrucke sind, handelt es sich um Unikate.» Denn es wird nur ein Abdruck angefertigt.

Den Grossteil der Exponate bilden die Betonplastiken. Wie Rico de Castelberg ausführte, sind zwei davon in letzter Zeit im Haus Bundi in Disla entstanden. Beim Ausräumen des alten Hauses kamen alte Metallteile zusammen. «Es war interessant, den Künstler zu beobachten, wie er aus ausgesuchten Teilen zuerst ein Gerüst herstellte, das bereits die Grösse der fertigen Figur trug.» Danach wuchs die Skulptur durch Zufügen von Betonmasse, um dann wieder teilweise weggeschabt, gefeilt und poliert zu werden. Die Figuren sind eher Torsos. Der Kopf ist – wenn überhaupt – nur durch Drahtschlaufen angedeutet. Der Blick des Betrachters wird dadurch auf die Mitte des Körpers angezogen, dort wo das Herz ist. Die unterschiedlich grossen Skulpturen offenbaren ihr Inneres, das mit Glas oder Alteisen gestaltet ist. Das zentrale Thema ist bei den Figuren wie bei den Bildern die menschliche Existenz. Speziell für die Ausstellung in Trun hat McLaughlin eine Schafherde geschaffen, die er «Manimals» nennt. Auch hier schimmert der feine Humor des Künstlers durch. «Ich zeige den Leuten Sachen, die sie vorher noch nie gesehen haben und die sie versuchen sollten zu verstehen, zu kritisieren, zu lieben oder eben nicht, aber mit denen sie eine Relation aufbauen können.»

Bis 1. September 2012. Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Samstag und am 2. und 4. Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr.

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