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Arnet gewinnt mit Hopfen und Malz

Südostschweiz
13.10.10 - 02:00 Uhr
Zeitung

Von Stefanie Studer

Chur. – Mit seinem «Churerbier» ist Patrick Arnet auf Erfolgskurs. Nur zwei Wochen nach der ersten Abfüllung war sein Flaschenbier restlos ausverkauft. Arnet konnte das neue Getränk nur noch im Offenausschank anbieten. «Das ist ein Riesenerfolg, den ich nicht erwartet habe», sagt er.Nun ist das neue Bier in den Churer Beizen wieder erhältlich. Damit das auch so bleibt, braut der gebürtige Winterthurer in diesen Wochen fleissig weiter. Zurzeit produzieren Arnet und seine Helfer wöchentlich einen Sud von rund 1000 Liter. Als Jahresziel nannte er im August bei Verkaufsbeginn rund 1000 bis 2000 Hektoliter. «Wir sind also auf einem guten Weg, um dieses Ziel zu erreichen.»

Argo braut mit am «Churerbier»

Das «Churerbier» wird in der ehemaligen Produktionsstätte des Weinhauses Zanolari an der Salvatorenstrasse hergestellt. Die Anlage für sein 10-Hektoliter-Sudwerk konnte der Lebensmittelingenieur auf dem Occasionsmarkt erwerben. Um die Flaschen zu reinigen, abzufüllen und zu etikettieren, benötigt Arnet einiges an Unterstützung. Diese erhält er unter anderem von der Argo Stiftung Bündnerische Werkstätten und Wohnheime für Behinderte in Chur. In den kommenden Wochen könne er aber seine Abfüllanlage in Betrieb nehmen und damit etwa 2000 Flaschen pro Stunde produzieren, meinte der Einzelunternehmer. Die Zusammenarbeit mit der Argo sei aber längerfristig geplant. So möchte Arnet, dass ihm zwei Angestellte der Argo auch in Zukunft mit dem Abfüllen der Flaschen zur Hand gehen.

Positives Feedback und grosse Ziele

Zurzeit bietet Arnet sein «Churerbier» in ausgewählten Verkaufsstellen an. «Ich befinde mich aber bereits im Gespräch mit weiteren möglichen Kunden.» Ausserdem können Bierfreunde ihre Ration jeweils am Dienstag von 17 bis 20 Uhr direkt bei der Brauerei über einen Rampenverkauf beziehen.Seit Braubeginn am 5. August hat Arnet von seinen Kunden ein «durchwegs gutes Feedback» erhalten. Und zwar sowohl für die Bierflaschen und das Logo als auch für den Inhalt. Das «Churerbier» wird genau wie das Calanda von der Brauerei Heineken mit Wasser aus dem Gebiet Parpan/Lenzerheide hergestellt. Und da sein Gerstensaft so gut von der Theke geht, verfolgt Arnet bereits Pläne wie die Produktion zusätzlicher Biersorten. Denn neben dem «Churerbier Spezial» möchte er zwei weitere Sorten und «saisonale Spezialitäten» anbieten. Das zweite Bier sollte voraussichtlich 2011 gebraut werden. «Momentan konzentriere ich mich aber auf das Bier, das ich bereits anbiete. Denn das will ich auch gut machen.»

Chur. – Noch nicht ganz so weit wie die Brauerei Chur (siehe Haupttext) hat es eine zweite regionale Kleinbrauerei geschafft. Die zwei Initianten des «Churer Stadtbiers», Sacha Schibli und Roland Paulweber, suchen derzeit noch weitere Investoren und rufen Interessierte auf der Homepage www.churer-stadtbier.ch auf, Aktien oder Partizipationsscheine zu zeichnen. Zurzeit liegen Zusagen von rund 250 000 Franken vor. Um das «Churer Stadtbier» auf den Markt bringen zu können, brauchen Schibli und Paulweber aber noch weitere 500 000 Franken. «Am Montag trafen erste gezeichnete Aktien aus Amerika ein, was uns sehr überrascht hat», sagt Schibli. Momentan suchen die beiden für ihre Kleinbrauerei einen grösseren Standort als den jetzigen am Meierweg. «Ausserdem sind wir weiterhin am Rezepteaustüfteln», so Schibli. Alles in allem seien sie damit auf einem guten Weg und sehr zufrieden über den bisherigen Verlauf. (sst)

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