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Abwechslung nur neben dem Podium

Pleiten, Pech und «Fähnchen-Gate» – die «Arena vor Ort» gestern in St. Moritz war trotz der altbekannten Argumente abwechslungsreich.

Südostschweiz
Samstag, 23. Februar 2013, 01:00 Uhr Streiflicht

Von Marc Melcher

Los ging die «Arena vor Ort» zu Olympia erst mal gar nicht. Technische Schwierigkeiten verzögerten den Start um mehr als eine halbe Stunde. Und das war, bei minus sechs Grad und Bise, nicht sehr angenehm. Gelinde gesagt. Kurz vor dem Auftakt sorgten Fähnchen für einen Mini-Eklat, von Zuschauern spottend als «Fähnchen-Gate» bezeichnet. Mit dem Verteilen von Olympiafähnchen wollten die Befürworter eine Pro-Atmosphäre schaffen. Dem Fernsehteam gefiel dieser Gedanke aber weniger, und die Fähnchen wurden kurzerhand eingezogen. Die Stimmung sollte fair bleiben. Sollte.

In der Diskussion wurde allerdings schnell klar, dass die Befürworter im Publikum die klare Mehrheit hielten. Nach jedem Statement für Olympia brandete Applaus auf. Nach jeder Aussage dagegen ertönten Buhrufe. Moderatorin Sonja Hasler versuchte, solche Nebengeräusche zu unterbinden. Die Appelle an die Fairness blieben aber grösstenteils ohne Erfolg. Nicht jugendfrei und damit nicht druckreif waren viele der Kommentare aus dem Publikum. Ja, wenn es der «Arena vor Ort» an etwas gefehlt hat, dann an Fairness. Ausgeblieben sind auch neue Argumente. Gestritten wurde, wie gewohnt, über finanzielle Aspekte und die Grösse von Olympischen Winterspielen. Gegner (SP-Nationalrätin Silva Semadeni und der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel) sowie Befürworter (Kampagnenleiter Gian Gilli und CVP-Nationalrat Stefan Engler) sorgten für eine beherzte Diskussion. Dennoch galt: auf dem Podium nichts Neues. In die Kategorie Pech gehörte auch der Zwischenfall zum Schluss, als der Alarm eines Sportgeschäfts Zuschauer und Teilnehmer von der eigentlichen Diskussion ablenkte. Und vielleicht auch etwas von der Kälte.

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