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300 Millionen Franken, das ist ja nicht nichts

Es wäre zu schön gewesen. Man hätte am 3. März das Volk befragen können, ob man Olympische Winterspiele 2022 im Kanton will oder nicht – und man hätte nicht darüber reden müssen, ob und wie man diese Spiele bezahlen kann.

Südostschweiz
Mittwoch, 05. Dezember 2012, 01:00 Uhr Kommentar

Von Reto Furter

Man hätte über die «Kraft der Ringe», so Regierungsrat Hansjörg Trachsel gestern in der Ratsdebatte, schwadronieren können. Das nötige Geld dazu wäre vom Bund gekommen, vom Kanton, von den Gemeinden – aber zu dieser Frage hätte sich das Volk am 3. März gar nicht äussern können.

Wäre, hätte, wenn: Gestern sind die Olympiabefürworter daran erinnert worden, dass es anders kommen wird. Dass nämlich das Volk auch darüber befinden kann, ob es 300 Millionen Franken Kantonsvermögen für die zweiwöchigen Spiele ausgeben will oder nicht – einen Drittel des Kantonsvermögens! Wie genau gefragt werden, wann darüber abgestimmt werden wird, das entscheidet der Grosse Rat heute. Sicher ist aber, dass es eine Volksabstimmung über die 300 Millionen Franken gibt.

Das ist selbstverständlich recht so. Bedenklich ist nur, dass es dazu einen Antrag der SP brauchte. Nur sie wollten die Stimmbürger zur 300-Millionen-Ausgabe befragen. Die Bürgerlichen hätten die Angelegenheit lieber still im Grossen Rat geregelt. Ohne die Wähler. Und das wäre der Olympiavorlage, über die am 3. März abgestimmt wird, wirklich nicht dienlich gewesen.

rfurter@suedostschweiz.ch

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