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Versorgungssicherheit – wird der Strom ausreichen?

Versorgungssicherheit – wird der Strom ausreichen?

Die Schweiz steht am Anfang der Energiewende beziehungsweise dem Umbau der Energieversorgung. Das Ziel, den CO2-Ausstoss bis 2050 auf null zu reduzieren, ist gesetzt.

Wohnen
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Reicht der Strom?
jules_88/Pixabay

von Michael Casutt, Projektleiter beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden in Chur

Die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizungsanlagen verursachen rund die Hälfte des CO2-Ausstosses. Der Ersatz solcher Anlagen steht beim Umbau der Energieversorgung im Fokus. Beim Ersatz von Wärmeerzeugern in Wohnbauten gilt eine Meldepflicht. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass mindestens zehn Prozent des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie erzeugt oder eine Reduktion des Energiebedarfs von mindestens zehn Prozent erreicht wird. Unter Berücksichtigung dieser Bestimmungen bei einem Kesselersatz wird oft eine Wärmepumpe oder eine Holzheizung gewählt. Damit sind die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und der CO2-Ausstoss wird auf null reduziert.

Die Elektrifizierung der Fahrzeuge

Die Anzahl der immatrikulierten Personenwagen ist in den letzten zwanzig Jahren um über 30 Prozent gestiegen. Dieser individuelle Verkehr ist für einen Drittel des schweizweiten CO2-Ausstosses verantwortlich. Das Potenzial liegt auf der Hand. Erfreulicherweise haben namhafte Autoproduzenten ein klares Statement platziert: Mittelfristig werden nur noch Elektrofahrzeuge die Produktionslinien verlassen. Diese Stossrichtung schlägt sich in der Anzahl der schweizweit immatrikulierten Elektrofahrzeuge nieder. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Zahl um den Faktor zehn auf rund 70 000 Elektrofahrzeuge gestiegen.

Ausstieg aus der Kernenergie

Als Folge der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 hat der Bundesrat beschlossen, keine neuen Kernkraftwerke zu bauen. Die vier bestehenden können weiter betrieben werden, wenn sie die Anforderungen an die Sicherheit erfüllen. Im Anschluss werden die Kernkraftwerke ausser Betrieb genommen und rückgebaut. Den Wegfall dieser Stromproduktion gilt es mit erneuerbaren Energien zu ersetzen. 

Sonne, Wind und weitere

Die Energiestrategie 2050 des Bundes hat definiert, wie der künftig erhöhte Stromverbrauch und der Wegfall des Atomstroms abgedeckt werden können. Im Zentrum steht der massive Ausbau der Photovoltaik. Künftig sollen 40 Prozent der Stromerzeugung mit der Kraft der Sonne produziert werden. Das Ziel ist, bezogen auf heute, bis 2050 siebzehn Mal mehr Strom mit Photovoltaikanlagen zu erzeugen. Weitere Massnahmen zur Produktionssteigerung sollen umgesetzt werden: Die Wasserkraft, welche schon heute über 50 Prozent des Stroms produziert, soll wo möglich ausgebaut werden. Ebenfalls sind Windkraftanlagen an geeigneten Standorten zu realisieren.

Wird es dunkel?

Die komplexe Herausforderung, die Klimaerwärmung zu bremsen – und dabei nicht an Komfort einzubüssen – steht im Raum. Mit der Energiestrategie 2050 existiert ein konkreter Plan, wie diese Aufgaben gelöst werden sollen. Es ist eine bedeutende Aufgabe, die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewähren. Die Umsetzung der Massnahmen wird etwas kosten, jedoch weniger als die Folgen der Klimaerwärmung. Dass es wegen eines Strom-Blackouts nicht dunkel wird, das kann heute niemand garantieren, jedoch sind alle motiviert, dies zu verhindern.
 

Interessante Referate zu diesem Thema finden am Energie-Apéro vom 24. November 2021 / 17'00 bis 19'00  in der Aula der Fachhochschule Graubünden in Chur mit Liveübertragung nach Poschiavo und Savognin statt. Anmeldeschluss ist Montag, 22. November 2021 über energieapero-gr.ch

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