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Sommerlicher Wärmeschutz – zunehmende Bedeutung

Als Folge des Klimawandels werden wir Gebäude künftig weniger heizen, dafür mehr kühlen. Um unter diesen Vorzeichen im Sommer angenehme Innentemperaturen zu haben, bedarf es einer umsichtigen Planung.

Wohnen
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Mit einem Sonnenschutz die Innenräume vor Hitze schützen – und damit auch in Hitzeperioden ein angenehme(re)s Wohnklima schaffen.
Mit einem Sonnenschutz die Innenräume vor Hitze schützen – und damit auch in Hitzeperioden ein angenehme(re)s Wohnklima schaffen.
zVg Svit

von Urs Bearth, eidg. dipl. Immobilientreuhänder und Mitglied von Svit Graubünden, dem Schweizerischen Verband für Immobilienwirtschaft

Der Begriff «sommerlicher Wärmeschutz» löst oft Irritationen aus. Das hängt damit zusammen, dass man bei Wärmeschutz in erster Linie daran denkt, was Dämmstoffe in der kalten Jahreszeit leisten: Im Verbund mit einer luftdichten Gebäudehülle 
sorgen diese dafür, dass die vorhandene Raumwärme langsamer nach draussen abfliesst – und so Heizenergie eingespart wird. Im Winter schützen die Dämmstoffe das Gebäude also vor einem schnellen Wärmeverlust.
Aber Dämmstoffe funktionieren eben auch «anders herum»: Sie erhalten nicht nur die Raumwärme, sondern sorgen umgekehrt dafür, dass die Hitze nicht so schnell von aussen ins Gebäude eindringt. Wenn im Sommer die Sonne den ganzen Tag erbarmungslos brennt, heizen sich die Innenräume in gedämmten Häusern deutlich langsamer auf als in nicht gedämmten Gebäuden. Man kann auch sagen: Die Dämmung trägt zum sommerlichen Wärmeschutz bei.

Dämmstoffe und Sonnenschutz

Auch alle anderen Massnahmen, die dazu beitragen, dass weniger Sonnenwärme in Innenräume eindringt, sind Bestandteil des sommerlichen Wärmeschutzes eines Gebäudes. Dazu zählen sämtliche Sonnenschutzsysteme, die zur Verschattung von Häusern beitragen – von der Markise über Lamellenstoren bis hin zu Rollos, Jalousien oder Plissees. Sie verhindern, dass es durch Sonneneinstrahlung auf die Fensterflächen zum «Treibhauseffekt» kommt.
Äussere oder innere Sonnenschutzsysteme ergänzen den Wärmeschutz des Gebäudes dort, wo keine Dämmstoffe verbaut sind: im Bereich von Fenstern – beziehungsweise bei Glastüren auf Balkonen und Terrassen. Neben klassischen Systemen gibt es für Mehrscheiben-Isolierverglasungen auch immer mehr Lösungen, bei denen der Sonnenschutz im Scheibenbereich selbst integriert ist. Beispiele dafür sind etwa reflektierende Folien und Jalousien zwischen den Scheiben, Sonnenschutz-Beschichtungen auf der Aussenscheibe oder elektrochrome Verglasungen.

Lüften bleibt unvermeidlich

Bei einem langen und heissen Sommer nützt alles Dämmen und Verschatten wenig, wenn die Wohnung nicht auch regelmässig ausgiebig gelüftet wird. Allerdings sollte das vorrangig dann geschehen, wenn die Sonnenkraft draussen nachgelassen und sich die Aussenluft zumindest etwas abgekühlt hat: also am späten Abend oder in der Nacht. Zu diesen Zeiten bestehen bessere Chancen, die Raumluft tatsächlich gegen kühlere Aussenluft auszutauschen. 
Im optimalen Fall geben die Innenraumoberflächen (Wände, Decken, Fussböden, Möbel) einen Teil der in ihnen 
gespeicherten Wärme ab, sodass sie am nächsten Tag wieder aufnahmefähiger für die Zwischenspeicherung überschüssiger Raumwärme sind.

Angepasstes Wohnverhalten

Die Sonnenschutzsysteme erfüllen jedoch nur ihren Zweck, wenn diese durch die Bewohner richtig angewendet werden. Die Sonnenschutzsysteme wie Lamellenstoren und Markisen müssen, bevor der erste Sonnenstrahl auf die Fensterscheiben trifft, heruntergelassen werden. Die Fenster sind grundsätzlich geschlossen zu halten. 
Als Faustregel gilt: Sobald die Aussentemperatur höher ist als der gewünschte Zielwert in den Wohnräumen, müssen die Fenster geschlossen sein. Dies gilt auch, wenn man sich auf dem Balkon oder Sitzplatz aufhält. Denn auch durch offene oder gekippte Fenster dringt die wärmere Aussenluft in die Wohnräume. 
Zum Schluss kann die Innentemperatur auch durch Minimierung der internen Lasten durch effiziente LED-Leuchten oder andere energiesparende Geräte wesentlich beeinflusst werden.


 

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