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Alles wird elektrisch

Der Klimawandel findet unumstritten statt. Ein wesentlicher Treiber des weltweiten Temperaturanstieges sind die menschenverursachten Treibhausgasemissionen.

Wohnen
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Alternative Stromversorgungen sind gefragter wie noch nie.
Alternative Stromversorgungen sind gefragter wie noch nie.
Bild zVg

von Michael Casutt, Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden

Etwa fünfzig bis sechzig Prozent der Emissionen im Leben eines Neubaus, der heute gebaut wird, entstehen bei dessen  Erstellung. Klimaneutrales Bauen ist Stand heute noch nicht möglich, denn jedes Haus braucht ein Fundament und Fenster: Weder Beton noch Glas können ohne Emissionen produziert werden. Für eine Reduktion der Treibhausgase braucht es den Willen der Bauherrschaft, das Können in der Planung sowie Lösungen von Herstellern. 

Individuelle Heizlösungen

Bei der Heizung entsprechen erneuerbare Wärmeerzeuger dem Stand der Technik und werden im Neubau, wie auch teilweise in bestehenden Gebäuden beim Kesselersatz, bereits gesetzlich gefordert. Eine erneuerbare Heizung kann beispielsweise eine Holzheizung, eine Pelletheizung, im Einzelfall eine Stückholzheizung oder im grösseren Leistungsbereich eine Hackschnitzelheizung sein. Ebenfalls sind Wärmepumpen eine gute Alternative zu fossil betriebenen Heizungsanlagen. Die Wahl der richtigen Technologie am jeweiligen Standort ist sehr wichtig. Kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in tieferen Lagen bei gutgedämmten Gebäuden Sinn machen, ist in höheren Lagen und in Gebäuden mit hoher Vorlauftemperatur eine Erdsonden-Wärmepumpe zu wählen, damit die Energieeffizienz und damit ein geringer Strombedarf gewährleistet ist.

Die Mobilität wandelt sich

Neben Emissionen aus dem Gebäude, der Industrie und der Landwirtschaft, stammt rund ein Drittel des CO2-Ausstosses aus dem Verkehr. Im Rahmen der Energiewende wird sich insbesondere die Antriebstechnologie der Fahrzeuge wandeln, um diesem Umstand entgegenzuwirken. Zur Zeit entwickelt sich die Branche weg vom Verbrennungsmotor hin zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Namhafte Autoproduzenten haben ein klares Bekenntnis abgelegt: So sollen in naher Zukunft die letzten Verbrenner die Produktion verlassen. Das hat zur Folge, dass der Stromverbrauch, ausgelöst durch den Verkehr, steigen wird. Im Bereich des Schwer- und Flugverkehrs sind weitere Entwicklungen in Richtung nachhaltiger Treibstoffe nötig.

Reicht der Strom?

Die Energiewende, eine Herkulesaufgabe, ist gestartet. In erster Priorität gilt es den CO2-Ausstoss zu reduzieren mit dem Ziel «netto null» bis 2050. Das bedeutet: weg von fossilen Treib- und Brennstoffen hin zu erneuerbarer Energie. Heute endet das in der Praxis oft bei einer Wärmepumpe und im Verkehr bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Dem gegenüber steht der beschlossene Ausstieg aus der Kernkraft. Deshalb die berechtigte Frage: Reicht der Strom? Um eine Stromlücke zu verhindern, insbesondere im Winter, sind alternative Stromproduktionen gefragt. Jeder Liegenschaftsbesitzer kann und soll seinen Beitrag zur Energiewende leisten und beispielsweise sein Dach mit einer Photovoltaikanlage eindecken. Entsprechende Anlagen sind bereits heute oft wirtschaftlich, vor allem wenn der Eigenverbrauch optimiert wird. Es zählt jede Kilowattstunde!


Energie-Apéro vom 31. August 2022
Interessante Referate zum Thema «Wärmepumpe, Photovoltaik, Elektroauto, Batterie - und wer optimiert den Eigenverbrauch?»
Wo: Fachhochschule Graubünden, Pulvermühlestrasse 57 in Chur und Scuola professionale in Poschiavo sowie in der ela energiewelt, Veia Padnal 1, 7460 Savognin
Anmeldungen bis zum 29. August 2022 unter www.energieapero-gr.ch 
 

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