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Fenster sind Bauteile mit unterschiedlichen Funktionen

Ein Fenster dient der Belichtung eines Gebäudes und bietet Aussicht. Ein Fenster ist ebenfalls ein wind- und wetterdichter Verschluss in der Fassade. Über die Fenster wird ein Gebäude auch manuell mit frischer Luft versorgt. Nicht zuletzt kann über die passive Nutzung der Sonnenenergie via Gläser Energie gespart werden.

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 07. Februar 2020, 16:52 Uhr wohnen.suedostschweiz
Fenster müssen verschiedene Anforderungen erfüllen.
PIXELANARCHY / PIXABAY

von Michael Casutt , Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Chur

Neben dem Umstand, dass über Fenster die Aussenwelt in den Wohnraum einbezogen wird, bringen sie Licht in das Gebäude. Licht steigert das Wohlbefinden der Bewohner und gibt Sicherheit.

Geschichte des Fensters

Die ältesten menschlichen Wohn- und Kultbauten waren fensterlos und das Licht drang lediglich über den Eingang und den Rauchabzug im Dach ein. Allmählich entstanden schlitzartige Lichtöffnungen in den Aussenwänden. Es handelte sich lediglich um Öffnungen in den Wänden – ohne eigentliche Fenster, wie wir sie heute kennen. Das Bedürfnis nach Licht scheint gross zu sein, so gross, dass unsere Vorfahren Wind und Wetter im Wohnraum dafür in Kauf nahmen.

Aus dieser Zeit stammt auch der Name Fenster. Das lateinische «fenestra» bedeutet Wind-Auge. In einer späteren Phase wurden die Öffnungen mit Häuten, Pergament oder Leinenstoffen bespannt, um Witterungseinflüsse zu reduzieren. Die Römer begannen die Öffnungen zu verglasen, erst mit matten Gläsern, später mit transparenten. Nördlich der Alpen wurde Fensterglas im 5. Jahrhundert mit dem Bau von Kirchen verbaut. Verglaste Öffnungen galten lange Zeit als besonderer Luxus. Bis ins 15. Jahrhundert waren Glasfenster in der Stadt keine Selbstverständlichkeit.

Entwicklung der Gläser

Die Entwicklung der Fenster wie auch der Gläser schritt voran. Nach dem Einsatz von saisonalen Vorfenstern kamen vor etwa 60 Jahren die ersten Isoliergläser auf den Markt. Diese bestehen aus mindestens zwei Glasscheiben, die fest miteinander verbunden sind. Der Hohlraum zwischen den Scheiben ist luftdicht verschlossen und mit Gas gefüllt. Diese Technologie verbessert die energetischen Eigenschaften der Gläser. Das Bauelement wird in den dichtschliessenden Fensterflügel eingesetzt und bildet zusammen mit dem Fensterrahmen das Fenster. Der Verlust der Wärme wird dadurch minimiert und die Witterungseinflüsse werden im Wohnraum weitgehend eliminiert.

Seit zehn Jahren werden in der Branche grossmehrheitlich Dreifach-Verglasungen angeboten und auch eingesetzt. Diese Entwicklung bringt eine Halbierung der Verluste mit sich. Die drei Gläser sind unterschiedlich beschichtet und optimieren damit den Gewinn der Sonneneinstrahlung. Aufgrund der breiten Anwendung von Dreifach-Gläsern ist der Preisunterschied zu Zweifach-Gläsern marginal.

Der Fensterrahmen

Bei den Fensterrahmen bestehen nach wie vor Unterschiede bei der Beständigkeit, der Wärmedämmung und bei den Kosten. Oft steht die Optik eines Fensters im Zentrum. Gestaltungswünsche und Anforderungen an die Sicherheit sowie die Schalldämmeigenschaften können heute mehrheitlich umgesetzt werden. Bei der Wahl des Rahmenmaterials werden die Qualitätsansprüche bezüglich Stabilität, Unterhalt und Witterungsbeständigkeit definiert.

Dafür werden unterschiedliche Materialien wie Holz, Holz/Metall und Kunststoff eingesetzt. Die Dichtheit der Fenster kann bei der Herstellung mittels computergesteuerten Maschinen und damit einhergehenden geringen Toleranzen verbessert und optimiert werden.

Ansprüche sind vielseitig

Neben dem Anspruch der Bewohner, möglichst viel Tageslicht im Wohnraum zu haben, hat ein Fenster weitere Anforderungen zu erfüllen. Die Sicherheit muss gewährleistet werden. Die Schallanforderungen, insbesondere im städtischen Gebiet, sind einzuhalten. Und nicht zuletzt sind energetische Anforderungen an ein Fenster bei der Wahl entscheidend. Gerade bei modernen Bauten mit hohem Glasanteil erhalten die Wärmedämmeigenschaften einen höheren Stellenwert. Alles Punkte, die neben der Optik beim Neubau auch beim Ersatz der Fenster in bestehenden Bauten beachtet werden sollen.

 

Fenster und Gläser – Stand der Technik

Der Energieapéro mit verschiedenen interessanten Referaten findet am 19. Februar 2020 von 17 bis 19 Uhr statt, anschliessend Apéro.

Ort: Fachhochschule Graubünden, Pulvermühlestrasse 57, in Chur  mit Liveübertragung an die Scuola professionale in Poschiavo sowie zur ELA Energiewelt, Veia Padnal 1, in Savognin.

Anmeldungen über www.energieapero-gr.ch, Anmeldeschluss ist der 17. Februar 2020.

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