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Wohnraum für alle – ein Thema am Forum der Schweizer Wohnbaugenossenschaften

Welche Herausforderungen kommen mit der Flüchtlingskrise, einer steigenden Zahl von Armutsbetroffenen und einer immer älter werdenden Bevölkerung auf den Wohnungsmarkt zu? Und wie weit geht hier die Verantwortung der Baugenossenschaften?

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 28. April 2017, 13:56 Uhr Wohnen
Auch untere Einkommensschichten oder Armutsbetroffene sollen auf dem Wohnungsmarkt eine Chance haben, um günstigen Wohnraum zu finden.
Bild zVg, Casanostra

Rebecca Omoregie / Vizedirektorin bei Wohnbaugenossenschaften Schweiz, dem Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger

Preisgünstiger Wohnraum ist vielerorts in der Schweiz Mangelware. Gerade in den Städten und Ballungszentren haben nicht nur untere Einkommensschichten, sondern auch Mittelstandshaushalte Mühe, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Wie ergeht es da erst Bevölkerungsgruppen, die ohnehin schon Mühe haben auf dem Wohnungsmarkt? Migranten und Flüchtlinge, Armutsbetroffene, Menschen mit finanziellen und sozialen Problemen oder hochbetagte Wohnungssuchende: Für sie ist die Wohnungssuche beinahe eine «Mission impossible». Welche Rolle spielen dabei die Wohnbaugenossenschaften?

Wohnraum für alle
Wer eine bezahlbare Wohnung sucht, klopft möglicherweise früher oder später bei einer Wohnbaugenossenschaft an. Denn vor allem diese und andere gemeinnützige Bauträger bieten preisgünstige Wohnungen an. Dank des Prinzips der Kostenmiete (als Mietzins werden nur die effektiv anfallenden Kosten ohne Rendite verrechnet) sind Genossenschaftswohnungen 15 bis 20 Prozent günstiger als andere Mietwohnungen. Gemäss ihrer Charta wollen die gemeinnützigen Bauträger Wohnraum für alle Bevölkerungskreise anbieten. Was bedeutet dies nun angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen? Was können die Schweizer Wohnbaugenossenschaften für eine gute Wohnraumversorgung beitragen? Und wie weit geht ihre soziale Verantwortung? Welche gesellschaftlichen Aufgaben kann der gemeinnützige Wohnungsbau lösen, welche nicht? Diese Fragen wollen die Schweizer Wohnbaugenossenschaften an ihrem Jahresevent im September diskutieren. Mit gegen 450 Besuchern aus der ganzen Schweiz ist das Forum der wichtigste Branchenanlass des gemeinnützigen Wohnungsbaus.

Fokus auch auf das Wohnen im Alter
An der Veranstaltung treten prominente Keyspeaker auf – unter anderem Ulrich Tilgner, Nahostexperte und Kenner verschiedener Krisengebiete – und legen dar, welche Herausforderungen auf Europa und auf den Schweizer Wohnungsmarkt zukommen. In verschiedenen Ateliers und einer Ausstellung präsentiert das Forum beispielhafte Projekte und Lösungsansätze aus dem In- und Ausland. Ein Spezialfokus richtet sich auf das Thema «Wohnen im Alter». Das Forum wird gemeinsam von den beiden Dachorganisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus, Wohnbaugenossenschaften Schweiz und Wohnen Schweiz organisiert und findet dieses Jahr bereits zum siebten Mal statt.
Die Veranstaltung richtet sich jedoch nicht nur an Wohnbaugenossenschaften aus der ganzen Schweiz, sondern auch an Unternehmen oder Fachorganisationen in der Baubranche, in der sozialen Wohnraumvermittlung oder Organisationen im Bereich Wohnen im Alter sowie an weitere interessierte Kreise.

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