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Genossenschaftswohnung: Alternative Wohnmöglichkeiten für Mieter

Gerade in Ballungsräumen ist es mittlerweile eine echte Herausforderung, bezahlbare Mietwohnungen zu finden. Gut, wenn Sie dann auch Alternativen kennen. Eine solche ist die sogenannte Genossenschaftswohnung.

Wohnen
Südostschweiz
Donnerstag, 20. Oktober 2016, 14:42 Uhr wohnen
Genossenschaftswohnung: Alternative Wohnmöglichkeiten für Mieter

Hierbei handelt es sich um ein Haus mit verschiedenen Wohneinheiten, welches sich im Besitz einer Genossenschaft befindet. Und diese vermietet die Wohnungen in dem entsprechenden Haus natürlich – mit wenigen Ausnahmefällen – an ihre eigenen Genossenschaftsmitglieder. Mit der Anmietung einer solchen Wohnung treten die Interessenten also der Genossenschaft bei und zahlen einen entsprechenden Beitrag. Dadurch sind sie allerdings nicht mehr nur Mieter, sondern zugleich Miteigentümer der Genossenschaftswohnung. Der Hauptvorteil, welcher sich daraus ergibt, ist der Mietpreis: Genossenschaftswohnungen sind häufig deutlich günstiger als vergleichbare „private“ Mietwohnungen.

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Genossenschaftswohnungen sind gefragt wie nie zuvor
Vor allem für junge Familien mit grossem Platzbedarf macht sich diese Kostenersparnis bemerkbar, weshalb die Genossenschaftswohnungen gerade für sie ein besonders attraktives Modell ist. Die erste Hürde ist jedoch die grösste, denn wer es erst einmal in die Wohnbaugenossenschaft geschafft hat und eine der Wohnungen beziehen durfte, bleibt hier häufig ein Leben lang. Dabei muss es aber nicht immer dieselbe Wohnung bleiben: Interne Wohnungswechsel gehören bei Wohngenossenschaften zum Alltag. Mitglieder werden bei der Bewerbung auf eine Wohnung nämlich selbstverständlich bevorzugt. „Externe“ Bewerber erhalten oftmals nur die derzeit unvermieteten Restposten. Der Beitritt zur Wohngenossenschaft kann daher durchaus lohnenswert sein. Zumal Sie hier noch viel mehr erhalten als „nur“ eine günstige Mietwohnung: Bei Wohngenossenschaften steht das „Wir“ im Vordergrund.

Gemeinsam statt einsam wohnen
Je grösser die Stadt, umso anonymer das Leben dort, so heisst es. Doch von eben diesem Trend scheinen gerade jüngere Generationen mittlerweile die Nase voll zu haben. Sie sehnen sich vermehrt wieder nach einer Gemeinschaft, nach Nachbarn, die sie nicht nur kennen, sondern mit denen man sich vielleicht sogar im Sommer einmal zum Grillen trifft. Eine Wohngenossenschaft kombiniert daher sowohl die Bedürfnisse nach dieser Gemeinschaft als auch jene nach einem Rückzugsort für die Familie und einem sicheren Zuhause optimal. Denn wer einmal eine Genossenschaftswohnung bezogen hat, muss dort nur in den seltensten Fällen ungewollt wieder ausziehen. Eigenbedarfanmeldung? So etwas gibt es hier nicht, denn der Eigentümer ist ja schliesslich die Genossenschaft – und als Mitglied gehört ein Teil Ihrer Mietwohnung damit Ihnen selbst. Sie geniessen also ein Mitspracherecht, welches Ihnen bei einer „normalen“ Mietwohnung verwehrt bliebe. Und sollte es doch einmal so weit kommen, weil zum Beispiel das Gebäude komplett abgerissen wird, so dürften Sie dank Wohngenossenschaftsmitgliedschaft nicht allzu grosse Schwierigkeiten damit haben, eine neue Bleibe zu finden.

Wer hat Chancen auf eine Genossenschaftswohnung?
Klingt perfekt? Das denken sich viele andere Mieter auch. Die Chancen, derzeit Mitglied in einer Genossenschaft werden zu können, stehen daher leider nicht allzu gut. Die Wartelisten sind lang und der Wohnraum ist selbst hier mittlerweile knapp. Bessere Chancen haben da schon eher junge Familien mit Kindern, welche nämlich bei Genossenschaften häufig bevorzugt werden. Auch wer zu ehrenamtlicher Mitarbeit in der Gemeinschaft bereit ist, zum Beispiel in Form von Nachbarschaftshilfe, steigert damit seine Chancen auf die Mitgliedschaft. Eine weitere Chance können grössere Neubauten sein, durch welche auf einmal sehr viel Wohnraum zur Verfügung steht, der kurzfristig nicht komplett intern vergeben werden kann. Sollten Sie also derzeit auf der Suche nach einer Mietwohnung sein und sich für das Modell Genossenschaftswohnung interessieren, gilt: Augen offen halten und bewerben, bewerben, bewerben…

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