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Eigenheimfinanzierung: Hypothekenarten für Eigentümer und Vermieter

Ein Eigenheim ist heutzutage die wohl beste Altersvorsorge. Aus der Portokasse ist das allerdings in der Regel nicht zu bezahlen. Zukünftige Hauseigentümer oder Vermieter greifen deshalb meist auf eine Kombination aus Eigenkapital und einer Hypothek zurück. Hierfür stehen Ihnen zahlreiche verschiedene Kombinationsmöglichkeiten offen.

Wohnen
Südostschweiz
Mittwoch, 21. September 2016, 10:10 Uhr Wohnen
Es gibt drei Arten von Hypotheken: Feste, variable und Libor-Hypothek.

Autor: CO2 Kommunikation

Je nach Kaufobjekt, -preis, finanziellen Verhältnissen und Eigenkapitalanteil können verschiedene Hypothekenarten sinnvoll sein. Prinzipiell wird hierbei zwischen drei unterschiedlichen Typen von Hypotheken unterschieden:

Typ 1: Die feste Hypothek
„Fest“ sind bei der festen Hypothek die Laufzeit sowie der Zinssatz, welche beim Abschluss verbindlich geregelt werden und anschliessend unabänderlich sind. Dadurch birgt diese Hypothekenart am wenigsten Risiko aufgrund einer guten Planbarkeit, ist andererseits aber auch sehr unflexibel. Auf Veränderungen in Ihrer privaten, beruflichen oder finanziellen Situation können Sie mit einer festen Hypothek schwer bis gar nicht reagieren. Von Vorteil ist die Festhypothek daher vor allem in Niedrigzinszeiten, wenn die Zinsen also während der Hypothekenlaufzeit voraussichtlich ansteigen werden. Die Festhypotheken sind die am häufigsten abgeschlossenen Hypotheken in der Schweiz. Durch ihre Begrenzung auf ein bis höchstens zehn Jahre kommt sie aber in der Regel nur für Käufer mit hohem Eigenkapitalanteil infrage. Ansonsten wäre ein sehr hohes monatliches Budget für die Raten notwendig, um ein Kaufobjekt in gerade einmal bis zu zehn Jahren vollständig abbezahlen zu können.

Typ 2: Die variable Hypothek
Die variable Hypothek hingegen, kann in ihrer Laufzeit frei gewählt werden und daher auch über die zehn Jahre hinausgehen. Dadurch sind auch Finanzierungen mit geringerem Eigenkapitalanteil realistisch. Gleichzeitig ist der Zinssatz aber weniger planbar und von der Konjunktur abhängig. Ein stark sinkender Zins ist dann im besten Fall ebenso möglich wie der im schlimmsten Fall rasant ansteigende. Die meisten Banken orientieren sich dabei am jeweils gültigen Leitzins der Europäischen Zentralbank. Rechtliche Vorschriften gibt es hierfür allerdings nicht. Die Bank darf also den jeweiligen Zinssatz frei wählen kann Sie – salopp gesagt – „übers Ohr hauen“. Ein vertrauenswürdiger Kreditgeber ist daher bei der variablen Hypothek das A und O. Sie sollten zudem auf eine Kündigungsfrist von drei, höchstens aber sechs Monaten achten, sodass Sie im Fall der Fälle eine Umschuldung vornehmen können.

Typ 3: LIBOR-Hypothek
Die LIBOR-Hypothek orientiert sich hinsichtlich ihres Zinssatzes am aktuellen Geldmarkt und ist daher auch unter dem Namen Geldmarkt-Hypothek bekannt. Jeden Tag aufs Neue wird der Zinssatz für die Hypothek am momentanen LIBOR-Referenzzinssatz ausgerichtet. Kündbar ist diese Form der Hypothek je nach Absprache in der Regel alle ein, drei, sechs oder zwölf Monate. Hinsichtlich ihrer Flexibilität ist diese Hypothek daher nur schwerlich zu übertreffen. Zusätzliche Kosten entstehen aber durch die Marge, welche die Bank entsprechend Ihrer vorherigen Vereinbarung auf den jeweiligen Zinssatz aufschlägt. Dieser Wert bewegt sich in der Regel um etwa ein Prozent. Sie können allerdings auch eine Vereinbarung mit dem jeweiligen Kreditgeber treffen, diese Marge zu jedem Kündigungszeitpunkt neu entsprechend des aktuellen Referenzzinssatzes zu verhandeln. Auf lange Sicht mag die LIBOR-Hypothek zwar die komplizierteste der drei Hypothekenarten sein, ist häufig aber auch die günstigste Variante. Empfehlenswert ist sie laut Experten vor allem für Käufer mit ausreichend finanziellen Rücklagen, um auch kurzzeitig hohe Zinssätze überbrücken zu können. Doch Vorsicht: Die Vertragslaufzeit ist bei der LIBOR-Hypothek in der Regel im Voraus festgesetzt und geht nur selten über sechs Jahre hinaus. Auch hier sollte daher der Eigenkapitalanteil gegenüber dem aufgenommenen Fremdkapitalbetrag verhältnismässig hoch sein.

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