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Start in die Heizsaison: So können die Heizkosten gesenkt werden

Die Heizsaison hat je nach Region bereits begonnen oder wird mit Sicherheit schon bald starten. Damit der Energieverbrauch und die entsprechenden Heizkosten möglichst tief gehalten werden können, sind einige wenige Punkte zu beachten. Zusätzlich bringt ein cleveres Benutzerverhalten erhebliche Einsparungen – das Portemonnaie lässt grüssen.

Wohnen
Südostschweiz
Donnerstag, 15. September 2016, 10:12 Uhr Wohnen
Während der Heizsaison gibt es einige Tipps und Tricks, die man beachten sollte, um Heizkosten zu sparen.
Bild zVg

Michael Casutt / Projektleiter beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden

Mit einigen einfachen Massnahmen können Mieter und Hauseigentümer Energie und damit viel Kosten sparen – und das ohne Komforteinbusse. Nachfolgend die sechs wichtigsten Punkte auf einen Blick.

1. Thermostatventile optimieren
Stellen Sie die Thermostatventile korrekt ein und schalten Sie die Umwälzpumpe auf die niedrigste Stufe. Stellen Sie zu Saisonbeginn die Thermostatventile auf die gewünschten Sollwerte ein. Zu überprüfen ist allenfalls die Funktion des Ventils. Die gewünschte Raumtemperatur sollte im Normalfall mit Pos. 2–3 erreicht werden. Sind die Heizkörper im Gebäude nicht mit Thermostatventilen ausgerüstet, empfiehlt sich eine Nachrüstung. Diese Investition ist in ein bis zwei Jahren amortisiert. Bei Heizkörpern muss darauf geachtet werden, dass die Wärme frei abgegeben wird. Möbel, Vorhänge sowie Abdeckungen vor dem Heizkörper reduzieren die Wärmeabgabe. Ist eine Heizungspumpe älter als zehnjährig, ist ein Ersatz durch eine Energieeffizienzklasse-A-Pumpe in Erwägung zu ziehen. Prüfen Sie nach Einschalten der Heizung, ob der Zeiger der Druckanzeige (Manometer) im grünen Bereich liegt. Ist der Druck zu tief, muss Wasser nachgefüllt und die Heizkörper entlüftet werden. Während des Entlüftens ist die Pumpe abzustellen. Der Einsatz von Thermostatventilen bringt mehr Komfort und spart bis zu 20 Prozent Energie.

2. Heizungsregler einjustieren
Wenn die Temperatur im ganzen Gebäude gelegentlich zu hoch oder zu tief ist, muss allenfalls die Heizkurve angepasst werden. Stellen Sie die Heizkurve in diesem Fall durch schrittweises Probieren richtig ein. Die Heizkurve muss nach der kältesten Wohnung ausgerichtet werden. Nach jeder Anpassung der Kurve sollte die Temperaturentwicklung im Gebäude beobachtet werden, bevor die nächste Korrektur vorgenommen wird – denn Heizsysteme sind träge! Mit dieser Justierung kann der Energieverbrauch um vier bis sieben Prozent reduziert werden.

3. Betriebszeiten sorgfältig optimieren
Prüfen Sie, ob die Nachtabsenkung aktiviert und auf die Nutzungszeit abgestimmt ist. Die Raumtemperatur ist über Nacht um zirka zwei bis vier Grad Celsius abzusenken. Die Betriebszeiten können reduziert werden, solange keine Komforteinbussen spürbar sind. Bei Gebäuden, die an Wochenenden und während der Ferien nicht genutzt werden, ist zusätzlich zu prüfen, ob das Wochenprogramm aktiviert ist. Mit optimierten Betriebszeiten kann bis zu fünf Prozent Energie eingespart werden.

4. Heizungsraum sauber halten
Bei Wärmeerzeugern, welche mit fossilen Brennstoffen (Öl, Gas) betrieben werden, hat die Qualität der Verbrennungsluft einen Einfluss auf den Energieverbrauch und den Schadstoffausstoss. Deshalb ist der Heizungsraum frei von Staub und Schmutz zu halten. Saugt der Brenner verschmutzte Luft an, wird er störungsanfälliger.
Bei kondensierenden Heizkesseln ist zu beachten: Je mehr Wasser kondensiert, desto grösser ist die Energieausbeute. Sollte kein Kondensat ausgeschieden werden, muss das System von einem Fachmann geprüft werden.

5. Richtig lüften
Dreimal täglich lüften, indem man mehrere Fenster fünf bis zehn Minuten öffnet, ist viel energieeffizienter als Dauerlüften. Dadurch entweicht weniger Wärme, und es gelangt mehr Frischluft ins Haus als beim Dauerlüften durch permanent gekippte Fenster. Schlafen bei offenem Fenster ist bezüglich des Energieverbrauchs nur vertretbar, wenn die Heizung abgedreht wird. Ebenfalls wird das Gebäude weniger ausgekühlt, wenn Fenster- und Rollläden geschlossen sind. Regulieren Sie die Temperatur im Raum nicht über die Fenster, ein permanent gekipptes Fenster braucht zirka 200 Liter Öl pro Heizsaison.

6. Leitungen in kalten Räumen dämmen
Durch ungedämmte Heiz- und Warmwasserleitungen, aber auch durch Armaturen (Hahnen, Pumpen, usw.) geht wertvolle Wärme verloren. Achten Sie darauf, dass in unbeheizten Räumen alle warmen Leitungen gegen Wärmeverluste gedämmt sind. So lassen sich rund fünf bis zehn Prozent Energie sparen.

Bei Fragen hilft der Hauswart oder der lokale Installateur. Oder nutzen Sie die kostenlose Energieberatung des Amts für Energie und Verkehr. Termine können unter Telefon 081 257 36 30 vereinbart werden.

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