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Die Anzahl der Berufsunfälle auf Baustellen senken

Die hohe Anzahl der Berufsunfälle in der Schweiz ist der Suva ein Dorn im Auge. Mit der «Vision 250 Leben» und Präventivaktionen will die Versicherungsanstalt die Zahl der Unfälle halbieren – und damit Leben bewahren.

Wohnen
Südostschweiz
Dienstag, 31. März 2015, 10:13 Uhr Wohnen
Berufsunfälle auf Baustellen
zVg

Cornelius Raeber

Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz rund 250 000 Menschen bei der Arbeit. Besonders gefährdet sind Forstarbeiter, Gerüstbauer, aber auch Bauarbeiter. Allein im Bauhauptgewerbe verunfallen jährlich über 20 000 Menschen. Als Folge von diversen Berufsunfällen verlieren Jahr für Jahr zirka 100 Menschen sogar ihr Leben, ebenso viele Unfälle enden mit einer schweren Invalidität. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat auf diese unerfreuliche Situation reagiert und im September 2010 die Vision 250 Leben initiiert, welche die hohe Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle und Unfälle mit Invaliditätsfolge in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte verringern soll.

Lebenswichtige Sicherheitsregeln 
Ein erster wichtiger Erfolg auf dem Weg zur Zielerreichung ist die seit November 2011 laufende Unterzeichnung einer Sicherheits-Charta durch Betriebe des Bauhaupt- und Nebengewerbes. Damit setzen sich verschiedene Unternehmer, Planer und Mitarbeitende dafür ein, definierte Sicherheitsregeln auf Baustellen einzuhalten. Ähnliche Sicherheits-Chartas sind auch für andere Branchen in Vorbereitung. Im Zentrum der Vision stehen lebenswichtige Sicherheitsregeln, die für Branchen und Tätigkeiten mit hohem Unfallrisiko ausgearbeitet wurden. Für deren Einhaltung gilt die Nulltoleranz. Das bedeutet, dass bei Gefahr für Leben und Gesundheit die Arbeit sofort eingestellt werden muss – bis die gefährliche Situation beseitigt ist. Die lebenswichtigen Sicherheitsregeln für ein gefahrenfreies Arbeiten in den verschiedenen Hochrisikoberufen sind auf www.suva.ch zu finden. Im Zuge einer Sensibilisierungskampagne führt die Suva auch regelmässig Baustellentouren durch. Bei diesen Besuchen handelt es sich jedoch nicht um Baustellenkontrollen im Rahmen der üblichen, gesetzgeberischen Vollzugstätigkeit der Suva, vielmehr sollen Berufsleute mit Broschüren und Instruktionsmappen für die Arbeitssicherheit im Allgemeinen und die lebenswichtigen Sicherheitsregeln im Speziellen sensibilisiert werden. Auch 2013 ist geplant, rund 1200 Baustellen zu besuchen.

Unterstützung für die Betriebe 
Aber auch sonst können Betriebe bezüglich Arbeitssicherheit auf die Unterstützung der Suva zählen. Mit gebrauchsfertigen Instruktionshilfen werden Vorgesetzte dazu befähigt, Arbeitnehmer vor Ort für die grossen Risiken zu sensibilisieren und die eingeleiteten Sicherheitsmassnahmen in Eigenregie zu kontrollieren und durchzusetzen. Auf der Internetplattform www.sapros.ch werden zudem über 30 000 Sicherheitsprodukte angeboten, welche die gesetzlichen Anforderungen im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz erfüllen.

www.suva.ch / www.sapros.ch

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