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Trotz Lufthansa-Streik kein Chaos

Trotz Lufthansa-Streik kein Chaos

Bei der fünften Streikwelle der Lufthansa-Piloten sind die meisten Flugpassagiere glimpflich davongekommen. Am Dienstag strich die deutsche Swiss-Mutter in Frankfurt 25 Starts von Interkontinentalflügen. Zahlreiche andere Flüge hoben trotz dem Streik ab.

Südostschweiz
vor 7 Jahren in
Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen München (Archiv).

Frankfurt. – 32 Fernverbindungen konnten mit Ersatz-Crews oder veränderten Abflugzeiten abheben, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. Einschliesslich der Rückflüge hat Lufthansa knapp 50 Flüge streichen müssen. Rund 20'000 Kunden waren betroffen. Man habe aber viele Passagiere über andere Fluggesellschaften und Flughäfen umbuchen können, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Die Lage am grössten deutschen Flughafen war den Dienstag über sehr ruhig, wie Markus Wahl, Sprecher der Piloten-Gewerkschaft «Vereinigung Cockpit» (VC), bestätigte. «Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber», sagte er.

Zu Beginn des Streiks um 8.00 Uhr herrschte an den Flugschaltern am Frankfurter Flughafen noch dichtes Gedränge, doch gegen Mittag leerten sich die Hallen. Streikende Piloten waren nicht zu sehen, einzig die vielen von der Lufthansa aufgebauten Getränkestände und einige Reisegruppen, deren Flug absagt worden war, deuteten darauf hin, dass kein Normalbetrieb herrscht.

Flüge der Swiss nicht betroffen

Es fielen unter anderem Flüge nach Singapur, Bangkok und Chicago aus. Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr war nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen. Auch die Langstreckenflüge von München und Düsseldorf wurden durchgeführt.

Die Flüge der Swiss sowie jene der übrigen Konzerngesellschaften Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti fanden ebenfalls planmässig statt.

15-stündiger Streik

Die Piloten-Gewerkschaft VC hatte ihre Mitglieder zu einem 15-stündigen Streik aufgerufen, der bis zum Betriebsende um 23.00 Uhr dauern sollte.

Die Gewerkschaft hat ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu vorangegangenen Streiks nahezu verdoppelt. Bei den vier vorangegangenen Streikwellen bei Lufthansa und deren Tochter Germanwings waren 4300 Flüge ausgefallen. Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Die 5400 Lufthansa-Piloten pochen auf die Beibehaltung ihrer betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa hatte den entsprechenden Tarifvertrag Ende vergangenen Jahres gekündigt. Zudem kämpfen die Piloten gegen eine Ausweitung des Billigangebots der Fluggesellschaft.

Streiks auch bei Air France

Auch bei Air France haben Piloten deshalb in den vergangenen Wochen gestreikt und am letzten Sonntag erreicht, dass die Fluggesellschaft ihre Pläne für einen Ausbau der Billigtochter Transavia auf Eis legt.

Bei der Swiss hat sich der Kampf um die Arbeitsbedingungen ebenfalls zugespitzt. Vergangene Woche hat die Fluggesellschaft den Gesamtarbeitsvertrag mit der Langstrecken-Pilotengewerkschaft Aeropers gekündigt. Aeropers klagte daraufhin auf Vertragsbruch, weil die Swiss neue Langstreckenflugzeuge künftig auch von Regionalpiloten fliegen lassen will. (sda)

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