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Gutes Bier ist nicht umsonst

Über dem Eingang zur Monsteiner Brauerei prangt ein Loch. «Heute lassen wir es noch sein, um den Leuten zu ­zeigen, dass hier gearbeitet wird», sagt Braumeister und Geschäftsführer Basti Degen mit einem breiten Grinsen.

Barbara
Gassler
17.11.22 - 17:32 Uhr
Wirtschaft
Gerade so passte die neue Flaschenwaschmaschine ins Brauerei-Haus.
Gerade so passte die neue Flaschenwaschmaschine ins Brauerei-Haus.
zVg

Als ob das notwendig wäre, denn drinnen werkt die Ursache des Schadens mit beacht­lichem Lärm. Seit einigen Tagen verrichtet die neue Flaschenwaschmaschine ihren Dienst und Degen ist so glücklich über den Neuzugang, dass er am Freitag gleich ein Fest mit Wurst und Bier organisierte. Natürlich hätten sie schon ­zuvor eine Flaschenwaschmaschine gehabt, sagt er auf Nachfrage. «Doch diese hier ist viel effizienter.» Im Gegensatz zu ihrer nach zehnjährigem Gebrauch aussortierten Vorgängerin mit Baujahr 1993 wäscht sie in der Stunde 3500 Flaschen, wo die Limite vorher 1500 war. Ausserdem ist sie genau steuerbar und meldet ihren Zustand zu jedem Moment. «Sie ist auch besser isoliert, und wir brauchen weniger Chemie», ergänzt Degen. Denn um die Retourenflaschen der verschiedenen Biere wieder in einen «jungfräulichen» Zustand zu versetzen, also alle Resten sowie die Etiketten zu entfernen, braucht es im Inneren der Maschine eine Temperatur von rund 75 Grad. «Weil die Maschine aber einen höheren Durchsatz hat, müssen wir sie weniger lang laufen lassen.»

Ansaugglocken machen das Laden der Waschmaschine zum Kinderspiel.
Ansaugglocken machen das Laden der Waschmaschine zum Kinderspiel.
bg
Braumeister Sebastian Degen freut sich über den Neuzugang.
Braumeister Sebastian Degen freut sich über den Neuzugang.
bg

Etwa 20 Mal können die Flaschen den Kreislauf von Abfüllen, Ausliefern, Zurücknehmen, Waschen und erneut Abfüllen durchlaufen, bevor sie definitiv aussortiert werden müssen. «Studien belegen, dass das in einem Umkreis von rund 200 Kilometer energieeffizienter ist, als Neuflaschen zu verwenden», berichtet Degen. Auch sonst belastet der Kreislauf die Logistik der Brauerei nicht. «Wenn wir ausliefern, können wir das Leergebinde auch gleich wieder mitnehmen.» Bei rund 15 000 Flaschen, die in der Brauerei Monstein tagtäglich abgefüllt werden, macht das doch Einiges aus.

Und was es mit dem Loch auf sich hat? Vor der Anlieferung der neuen ­Maschine wurde der Eingang ausge­messen und festgestellt, dass sie gerade so durch passt. Auf der einen Seite. Auf der anderen ist der Boden jedoch zwei Zentimeter höher ... da musste halt der Tor­bogen weichen. Doch bevor am 2. Dezember bei einem neuerlichen Fest von 16 bis 19 Uhr der Anstich der ­winterlichen ­Saisonbiere gefeiert wird, werden alle Spuren des Missgeschicks ­behoben sein. Dann konzentriert man sich auf das dunkle Doppelbockbier «Spiesser» und das ­Roggenbier mit ­Namen «Aichhoora».

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