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Die Repower-Aktie verliert massiv

Der Bündner Stromkonzern Repower AG hat mehrere Hundert Millionen Franken an
Börsenwert verloren. Trotzdem geht es dem Unternehmen gut. Gründe für den Kurssturz gibt es einige.

Südostschweiz
Sonntag, 27. November 2011, 08:00 Uhr
Die Repower-Aktie ist seit Wochen im Sinkflug.

Poschiavo. – 569 Franken war eine Aktie des Bündner Energielieferanten Repower AG im Frühling noch wert. Inzwischen hat sich der Preis praktisch halbiert: Derzeit werden die Repower-Aktien für Preise deutlich unter 300 Franken feilgeboten. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat das Wertpapier sogar mehr als 500 Franken an Wert verloren und kostet heute teilweise weniger als zum Zeitpunkt der Firmengründung im Jahr 1999.

Keine Folgen für den Kanton

Für den Kanton Graubünden – mit 46 Prozent Anteil grösster Aktionär der Repower AG – hat der Zerfall der ­Börsenkurse keine Bedeutung, wie ­Finanzdirektor Martin Schmid ver­sichert. Der Kanton halte sein Aktienpaket nicht, um damit an der Börse zu spekulieren, sondern aus strate­gischen Gründen.

Die theoretische Wertminderung schlägt sich laut Schmid noch nicht einmal in der Rechnung des Kantons nieder. Dort werden die Repower-Aktien zum ­reinen Nennwert geführt und nicht zum Preis, den man erzielen könnte. Der Kanton wolle die Aktien ja auch nicht verkaufen, betont Schmid.

Die ganze Branche leidet

Laut Werner Steinmann, Mediensprecher der Repower AG, ist der Bündner Konzern mit seinen Wertverlusten kein Einzelfall. Mit wenigen Ausnahmen sei die ganze Energiebranche von Rückgängen der Börsenkurse betroffen.

Steinmann betont aber, die Kursschwankungen gäben kein korrektes Bild wieder. Lediglich acht Prozent ­aller Repower-Aktien würden überhaupt gehandelt, entsprechend stark fielen einzelne Verkäufe beim Kurs ins Gewicht. Die Repower AG wirtschafte nach wie vor bestens, einen «echten» Grund für die Abwertung gebe es deshalb nicht, so Steinmann. (obe)

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