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Benedikt Loderer: «Der wahre Naturschützer ist der Stubenhocker»

Nach seiner Schelte am nachhaltigen Tourismus legt Benedikt Loderer im Gespräch mit der «Südostschweiz» nach. Das Berg­gebiet habe die Wahl zwischen Massentourismus oder Armut.

Südostschweiz
Samstag, 27. April 2013, 08:40 Uhr
Benedikt Loderer ist Stadtwanderer, Architekturkritiker und hat eben das Buch «Die Landesverteidigung» herausgegeben.

Biel. – An einem Podiumsgespräch am Montag in Chur sagte es der in Biel lebende Stadtwanderer und Architekturkritiker Benedikt Loderer deutsch und deutlich. Der Tourismus in Graubünden sei so aufgebaut, dass alle darauf angewiesen seien, möglichst viele Gäste anzuziehen, so Loderer, also möglichst einen Massentourismus zu haben. Nachhaltigen Tourismus gebe es nicht, weil die Gäste bereits bei der Anreise soviel Energie verbrauchen würden, dass man gar nicht mehr nachrechnen müsse. Loderer kommt deshalb zum Schluss: «Der wahre Naturschützer ist der Stubenhocker».

Für Loderer ist der naturgegebene ökonomische Zustand der Berge die Armut, wie er weiter ausführt. Erst seit zwei Generationen sei es so, dass man auch im Berggebiet am allgemeinen Wohlstand ungefähr im gleichen Masse profitieren könne, wie zum Beispiel das Schweizer Mittelland. Gerade deshalb sieht Loderer auch keine Alternativen zum Massentourismus für die Bergregionen. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder man lebe mit dem Massentourismus oder «man kommt zurück zum hochmittelalterlichen Zustand, wo die hohen Lagen nicht bewohnt waren, zurück zur Armut in den Bergen. (rem)

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