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Helvetia begibt sich mit spanischer Caser auf Wachstumskurs

Helvetia begibt sich mit spanischer Caser auf Wachstumskurs

Helvetia hat in Spanien Grosses vor: Mit der Caser-Gruppe will der Versicherer auch im spanischen Gesundheitsmarkt Akzente setzen. Für den Gewinnsprung im ersten Halbjahr 2021 waren aber in erster Linie die boomenden Finanzmärkte verantwortlich.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Wirtschaft
Die Versicherungsgruppe Helvetia hat in der ersten Jahreshälfte über 262 Millionen Franken Gewinn geschrieben. Im Vorjahr gab es noch einen Verlust von knapp 17 Millionen. Im Bild der Hauptsitz in St. Gallen. (Symbolbild)
Die Versicherungsgruppe Helvetia hat in der ersten Jahreshälfte über 262 Millionen Franken Gewinn geschrieben. Im Vorjahr gab es noch einen Verlust von knapp 17 Millionen. Im Bild der Hauptsitz in St. Gallen. (Symbolbild)
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

«Wir kommen mit dem Anschluss der Caser-Aktivitäten zur Helvetia-Gruppe gut voran», sagte Konzernchef Philipp Gmür am Montag an der Halbjahresmedienkonferenz. Der spanische Versicherer werde gut geführt und füge sich gut ein.

Vor über einem Jahr hatte Helvetia für 780 Millionen Euro knapp 70 Prozent an der Caja de Seguros Reunidos, Compañía de Seguros y Reaseguros (Caser) übernommen. Das war ein wichtiger Schritt für die Gruppe und gemessen am Umfang mit dem vor einigen Jahren getätigten Zukauf der Nationale Suisse vergleichbar, hielt Gmür fest.

Die jüngste Übernahme kommt in der Halbjahresrechnung 2021 der Helvetia erstmals voll zum Ausdruck: Das Geschäftsvolumen kletterte um gut ein Fünftel auf beinahe 7 Milliarden Franken. Ohne den Caser-Effekt und Währungseinflüsse hätte das Wachstum nur gut 5 Prozent betragen.

Spanische Spitäler und Pflegeheime

Nicht nur das Versicherungsgeschäft von Caser ist für die Helvetia von Interesse, in Spanien soll vor allem auch das Ökosystem «Health & Care» aufgebaut werden. Caser betreibt nämlich sechs Spitäler, 22 Alters- und Pflegeheime sowie 22 Zahnkliniken. Diese generierten von Januar bis Juni rund 100 Millionen Franken an Gebühren.

Das führte dazu, dass der Dienstleistungs- und Kommissionsertrag der Helvetia auf das Doppelte anschwoll. In Zeiten von ultratiefen Zinsen suchen Versicherer mit Hochdruck nach alternativen Ertragsquellen. Der Ausbau von «Health & Care» in die anderen Ländergesellschaften der Helvetia sei aber nicht geplant, betonte Gmür.

Wieder schwarze Zahlen

Im ersten Halbjahr ist die Helvetia nicht nur gewachsen, nach den roten Zahlen des vergangenen Jahres gelang auch der Sprung zurück in die Gewinnzone. Damals hatten hohe Coronakosten in der Epidemie- und Reiseversicherung, die Turbulenzen an den Finanzmärkten und ein IT-Abschreiber die Rechnung stark belastet.

In diesem Jahr resultierte dagegen ein hoher Halbjahresgewinn von 262 Millionen Franken. Auch dazu hat Caser mit gut 30 Millionen bereits einen Beitrag geleistet. Massgeblich zum guten Abschneiden habe aber das starke Anlageergebnis geführt, erklärte Finanzchefin Annelis Lüscher.

In der Rechnung der Gruppe schlug der Boom an den Börsen mit fast 900 Millionen Franken positiv zu Buche, nachdem die Kapitalanlagen in der Vorjahresperiode nicht einmal 100 Millionen zum Ergebnis beigetragen hatten. Vor allem die Aktienpositionen gingen durch die Decke.

Viele Unwetterschäden

Auf der Gegenseite wurden diesen Sommer allerdings auch die Schadensexperten der Helvetia mit zahlreichen Meldungen zu Hagel- oder Flutschäden eingedeckt. Am Ende seien zu den Sommer-Unwetter gruppenweit über 50'000 Schadensmeldungen eingegangen, knapp 30'000 davon allein in der Schweiz, sagte Gmür.

Die Nettobelastung für die Juni-Ereignisse bezifferte Helvetia auf rund 70 Millionen Franken. Und für Juli gehe man von weiteren Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, ergänzte Lüscher.

Die Helvetia sei jedoch für solche Ereignisse gut gewappnet und ausreichend kapitalisiert, machte Gmür klar. Das beweise etwa die per Ende Juni mit über 220 Prozent sehr solide SST-Solvenzquote.

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