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Neu entwickeltes Pflaster verklebt und verdichtet Darmverletzungen

Neu entwickeltes Pflaster verklebt und verdichtet Darmverletzungen

Empa-Forschende haben ein Pflaster entwickelt, mit dem sich Darmverletzungen verkleben und abdichten lassen, sodass keine Verdauungssäfte und keimbeladene Nahrungsrückstände vom Darm ins Blut gelangen.

Agentur
sda
19.08.21 - 09:47 Uhr
Wirtschaft
Empa-Forschende um Inge Hermann entwickelten einen "Superkleber", der Darmverletzungen stabil abdichtet.
Empa-Forschende um Inge Hermann entwickelten einen "Superkleber", der Darmverletzungen stabil abdichtet.
Empa

Das vom Empa-Team entwickelte Pflaster vernetzt sich mit dem Darmgewebe, bis keine Flüssigkeit mehr durchkommt, wie das Forschungsinstitut am Donnerstag mitteilte.

Das im Fachmagazin «Advanced Functional Materials» vorgestellte gummiartige Pflaster besteht aus vier Acryl-Substanzen, die für eine stabile Bindung an die Schleimhaut, eine Ausbildung von Netzwerken, eine Stabilität gegenüber Verdauungssäften und Wasserdichtigkeit sorgen. Dabei reagiere der Verbundstoff selektiv mit Verdauungssäften, die aus Darmwunden entweichen könnten, quelle auf und schliesse umso dichter, schrieb die Empa.

Höhere Haftfähigkeit

Bisherige, im Operationssaal verwendete Eiweisspflaster lösen sich zu schnell auf, wenn sie mit Verdauungssäften reagieren und halten nicht immer dicht. «Leckagen nach Bauchoperationen gehören auch heute noch zu den besonders gefürchteten Komplikationen», sagte die Empa-Forscherin und ETH-Professorin Inge Herrmann.

In Laborexperimenten zeigte sich, dass das neu entwickelte Pflaster eine bis zu zehnmal höhere Haftfähigkeit aufweist als herkömmliche Pflegematerialien. «Weitere Analysen ergaben zudem, dass unser Hydrogel das Fünffache der maximalen Druckbelastung im Darm aushält», erklärte der Empa-Forscher Alexandre Anthis.

Die Technologie liessen die Forschenden bereits patentieren, und sie seien gerade dabei, ein Start-up zu gründen, um dieses innovative Material zur Marktreife zu bringen, sagte Anthis.

https://doi.org/10.1002/adfm.202007099

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