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Allianz steckt Naturkatastrophen weg - Auf Rekordkurs

Allianz steckt Naturkatastrophen weg - Auf Rekordkurs

Die Allianz steckt die Folgen der Unwetterkatastrophen in Europa offenbar locker weg. Europas grösster Versicherungskonzern peilt im laufenden Jahr einen Rekordgewinn an.

Agentur
sda
06.08.21 - 08:51 Uhr
Wirtschaft
Europas grösster Versicherungskonzern Allianz hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung gemacht. (Archivbild)
Europas grösster Versicherungskonzern Allianz hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung gemacht. (Archivbild)
KEYSTONE/AP dapd/SEBASTIAN WIDMANN

Das operative Ergebnis werde voraussichtlich zwischen 12 und 13 Milliarden Euro liegen und damit in der oberen Hälfte der bisherigen Zielspanne, erklärte die Allianz am Freitag in München. Der bisherige Bestwert von 11,9 Milliarden Euro stammt aus dem Jahr 2019, im Corona-Jahr 2020 war der operative Gewinn auf 10,8 Milliarden zurückgegangen.

«Ich freue mich, dass alle unsere Geschäftsbereiche sehr gute Ergebnisse liefern und wir profitabel wachsen», sagte Finanzchef Giulio Terzariol.

Gut 600 Millionen Euro haben Naturkatastrophen die Allianz allein im zweiten Quartal gekostet. Die Flutkatastrophe durch das Tief «Bernd» im Juli belastet das laufende dritte Quartal mit rund 400 Millionen Euro. Dabei kann die Allianz offenbar einen Teil an die Rückversicherer abwälzen: Die Deutschland-Tochter hatte den Schaden auf mehr als eine halbe Milliarde beziffert.

Mehr Gewinn als erwartet

Trotzdem legte die Allianz im zweiten Quartal einen Gewinnsprung hin, auch weil die Belastungen der Corona-Pandemie wegfielen. Von April bis Juni erwirtschaftete der Versicherer ein operatives Ergebnis von 3,3 Milliarden Euro, das nicht nur um 29 Prozent höher ausfiel als im Vorjahr, sondern auch die Analystenerwartungen weit übertraf.

Sie hatten der Allianz im Schnitt 3,06 Milliarden Euro zugetraut. Der Nettogewinn stieg sogar um 46 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Die wachsende Zuversicht hatte sich angedeutet: Die Allianz beginnt nach der erzwungenen Pause wieder mit Aktienrückkäufen. Bis Ende des Jahres will sie eigene Aktien für 750 Millionen Euro aufkaufen.

Die Ankündigung liess die Allianz-Aktie im Späthandel am Donnerstag bereits kräftig anziehen. Die Allianz hatte ihr 1,5 Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm in der ersten Corona-Welle auf halbem Weg abgebrochen, nun holt sie praktisch den zweiten Teil nach.

Der Umsatz, also die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren, stieg im zweiten Quartal um elf Prozent auf 34,3 Milliarden Euro. Umsatztreiber war die Lebens- und Kranken-Sparte, die mehr fondsgebundene Lebensversicherungen verkaufte. In der Sachversicherung lobte Terzariol vor allem den «Fokus auf Zeichnungsdisziplin und Produktivität».

Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) verbesserte sich auf 93,3 (2020: 95,5) Prozent. Bei Werten von unter 100 Prozent verdient die Gruppe versicherungstechnisch Geld.

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