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Daimler steigert Gewinn trotz Gegenwind durch Chip-Mangel

Daimler steigert Gewinn trotz Gegenwind durch Chip-Mangel

Daimler hat im zweiten Quartal 2021 trotz Corona-Unsicherheit und Chip-Krise unter dem Strich einen Milliardengewinn eingefahren. Der Auto- und Lastwagenbauer erzielte dank kräftigen Absatzwachstums einen Gewinn von 3,7 Milliarden Euro, wie er am Mittwoch mitteilte.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Wirtschaft
Der Auto- und LKW-Bauer hat im zweiten Quartal 2021 einen milliardenhohen Gewinn erzielt. Vor allem die S-Klasse von Mercedes erfreut sich einer hohen Nachfrage.(Archivbild)
Der Auto- und LKW-Bauer hat im zweiten Quartal 2021 einen milliardenhohen Gewinn erzielt. Vor allem die S-Klasse von Mercedes erfreut sich einer hohen Nachfrage.(Archivbild)
KEYSTONE/DPA/CARMEN JASPERSEN

Vor Jahresfrist war wegen des Absatzeinbruchs in der Corona-Pandemie ein Verlust 1,9 Milliarden Euro angefallen. «Bei Mercedes-Benz Cars & Vans haben wir das dritte Quartal in Folge eine zweistellige Marge erreicht und damit die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäfts unter Beweis gestellt - trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern», erklärte Vorstandschefs Ola Källenius.

Der Chip-Mangel führe dazu, dass die Kunden länger auf Neuwagen warten müssten. Der Mangel an Computerchips, unter dem die gesamte Autoindustrie derzeit leidet, wird aber im zweiten Halbjahr den Autoabsatz der Marke mit dem Stern dämpfen. Daimler senkte deshalb die Prognose und erwartet Verkäufe von Mercedes-Benz Cars im Gesamtjahr nur noch auf Vorjahresniveau und nicht mehr deutlich darüber.

Die Auslieferungen von Vans und Nutzfahrzeugen sollen dagegen weiterhin deutlich steigen. Auch Umsatz und operatives Ergebnis im Konzern werden wie bisher deutlich über Vorjahr prognostiziert.

S-Klasse überzeugt

Der Quartalsgewinn ist mit einer bereinigten Umsatzrendite von 12,8 Prozent im Kerngeschäft im Vergleich zu normalen Zeiten hoch: Das letzte Mal mit einem Gewinn abgeschlossen hatten die Schwaben im Vergleichszeitraum 2018, als 1,8 Milliarden Euro netto zu Buche standen. Denn milliardenhohe Belastungen im Dieselskandal hatten auch 2019 ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen.

Ein Grund für die derzeit gute Entwicklung ist die neue S-Klasse, eins der profitabelsten Modelle. Der Premiumhersteller konnte vergleichsweise hohe Preise durchsetzen. Auch das Kostensenkungsprogramm bessert den Gewinn auf, der dringend für Investitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren gebraucht wird.

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Vierteljahr um 44 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Mercedes-Benz und Daimler Trucks verkauften 36 Prozent mehr Fahrzeuge als im pandemiebedingt schwachen Vorjahreszeitraum. Vergangene Woche hatte Daimler bereits vorab über Eckdaten informiert, da der operative Gewinn des Konzerns mit knapp 5,2 Milliarden Euro die Erwartung von Analysten um rund ein Viertel übertraf.

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