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«In Graubünden werden viele Fachkräfte gesucht»

«In Graubünden werden viele Fachkräfte gesucht»

Seit Beginn dieses Jahres ist die Zahl der Stellenanzeigen auf verschiedenen Jobportalen gestiegen. Maurus Blumenthal vom Bündner Gewerbeverband nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung.

Südostschweiz
vor 3 Monaten in
Wirtschaft
Ausgetrockneter Arbeitsmarkt: In Graubünden seien Fachkräfte Mangelware, sagt der Direktor des Bündner Gewerbeverbandes Maurus Blumenthal.
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Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt geht es jetzt, wo die Coronasituation stabiler ist, aufwärts. Gemäss der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ist die Zahl der Stellenanzeigen auf mehreren Jobportalen der Schweiz seit Anfang Jahr angestiegen. So sei zum Beispiel bei «jobs.ch» ein Anstieg der Stelleninserate um 30 Prozent seit Anfang Jahr und ein Zuwachs von 14 Prozent seit April dieses Jahres verzeichnet worden. Auf «suedostschweizjobs.ch» sind gemäss Oliver Scheer, dem Leiter Rubrikenmarkt, derzeit etwa 15 Prozent mehr Stelleninserate aufgeschaltet als noch vor der Coronakrise. Damals seien die Anzahl Stellen um etwa ein Drittel eingebrochen. 

Maurus Blumenthal, Direktor des Bündner Gewerbeverbandes, nennt für die steigenden Stellenangebote in Graubünden mehrere Gründe. So spiele die Saisonalität eine grosse Rolle, sagt er gegenüber Radio Südostschweiz. «Für die Bausaison, mit der es im Frühjahr jeweils losgeht, werden immer viele Arbeitskräfte gesucht. Ebenso hatte die Tourismusbranche für die Sommersaison, für die mit einer stabileren Coronasituation gerechnet wird, wieder mehr offene Stellen.» 

Gesucht: Handwerker

Weiter ist gemäss Blumenthal der Fachkräftemangel in Graubünden grösser als im Schweizer Durchschnitt. «Vor allem im klassischen Gewerbe, also zum Beispiel bei Handwerksberufen und bei Garagisten, werden immer Fachkräfte gesucht.»

Als letzten Punkt für eine bessere Situation auf dem Bündner Arbeitsmarkt nennt Blumenthal den allgemeinen Aufschwung in der Wirtschaft, der nach den Lockdown-Monaten im Winter aufgetreten ist. 

Befragt nach der weiteren Entwicklung auf dem Stellenmarkt, könne er nur «einen Blick in die Glaskugel» werfen, so Blumenthal. Und nennt doch drei Faktoren, die den Schweizer Stellenmarkt beeinflussen werden: die allgemeine Entwicklung der Weltwirtschaft, die Entwicklung des Schweizer Franken sowie die wirtschaftliche Situation in anderen europäischen Ländern. «Wenn es anderen europäischen Ländern, vor allem südlichen Ländern, wirtschaftlich nicht gut geht, kommen viele Stellensuchende in die Schweiz und suchen hier nach Arbeit.» Der Einfluss solcher Situationen auf den hiesigen Arbeitsmarkt sei nicht zu unterschätzen, ist Blumenthal überzeugt. (sz)

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