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Tarif-Dschungel beim Roaming bleibt undurchsichtig

Mit der Verbesserung der Corona-Lage und der Öffnung der Landesgrenzen wird auch das Thema Roaming wieder aktuell. Bei vielen Anbietern seien die Roaming-Kosten unlängst deutlich gesunken, teilte der Onlinevergleichsdienst moneyland.ch am Montag mit.

Agentur
sda
28.06.21 - 09:07 Uhr
Wirtschaft
Ferienbilder zu verschicken oder in den Ferien zu telefonieren, kann nach wie vor ins Geld gehen. (Symbolbild)
Ferienbilder zu verschicken oder in den Ferien zu telefonieren, kann nach wie vor ins Geld gehen. (Symbolbild)
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Weiterhin gebe es jedoch grosse Unterschiede zwischen den Anbietern. «Wichtig ist, dass Kunden sich vor den Ferien über die Roaming-Bedingungen erkundigen und passende Optionen und Pakete kaufen», wird Telekom-Experte Ralf Beyeler in dem Communiqué zitiert. Ansonsten könne es schnell zu einer hohen Telefonrechnung kommen.

Neue Fernmeldeverordnung

Wie der Experte weiter ausführt, kommt es auf diesen Sommer hin zu einer Änderung der Fernmeldeverordnung. Daten-Roaming-Pakete sowie gewisse Optionen für das Telefonieren im Ausland müssten nun mindestens ein Jahr lang gültig sein. Die Anbieter müssten ausserdem im Ausland geführte Telefongespräche in der Regel sekundengenau abrunden.

Für die Kunden habe das den Vorteil, dass sie nicht gebrauchtes Datenvolumen auch beim nächsten Aufenthalt im Ausland nutzen könnten, erklärt Beyeler. Wer nun denke, dass es nur noch Pakete gebe, die 12 Monate lang gültig seien, täusche sich jedoch.

Sunrise etwa biete den Kunden zwar drei neue Daten-Roaming-Pakete an, die während 12 Monaten gültig seien - aber eben auch zwei Pakete mit einer Laufzeit von nur 30 Tagen, wird in dem Communiqué kritisiert.

Kritik an Salt und Sunrise

Einen Frontalangriff wagt der Vergleichsdienst gar auf den Anbieter Salt. Telekom-Experte Beyeler schreibt, dass der drittgrösste Schweizer Mobilfunk-Netzbetreiber die meisten bisherigen Roaming-Pakete mit limitierter Datenmenge weiter mit einer Gültigkeit von 30 Tagen anbiete.

Pakete mit einer Gültigkeit von 12 Monaten gebe es nur zu sehr hohen Preisen von 100, 300 Franken oder gar 400 Franken. «Mit ihrem Produktangebot ignoriert Salt die Bedürfnisse vieler Kunden», so das Fazit von Beyeler.

Doch auch die Sunrise-Marken Yallo und Lebara kriegen ihr Fett weg. Diese hätten keine Daten-Roaming-Pakete im Angebot, die während 12 Monaten gültig sind. Stattdessen könnten Kunden unlimitiert mit langsamer Geschwindigkeit weiter surfen, wenn die Daten aufgebraucht sind.

Es sei schade, dass Yallo und Lebara ihren Kunden keine Jahrespakete für das Daten-Roaming anbieten würden, sagt Experte Beyeler. «Zahlreiche Kunden benötigen in den Ferien kein unlimitiertes Paket. Da eine grosse Menge enthalten ist, ist das Paket eher teuer.»

Roaming für ein Jahr

Wie üblich hat der Vergleichsdienst aber auch eine Analyse mit dem Musterprofil eines Kunden durchgeführt. Dieser fährt innerhalb eines Jahres mehrmals ins Ausland und überträgt dabei 6000 MB Daten. Ausserdem telefoniert er 120 Minuten.

Am günstigsten war unter dieser Annahme der Prepaid-Anbieter «Mucho Mobile» mit Kosten von 77,80 Franken. Darauf folgte Swype von Yallo mit 87 Franken. Auf dem dritten Platz lag die Swisscom mit 111,60 Franken. Ähnlich teuer waren Aldi Suisse mobile, M-Budget mobile, Wingo und Quickline mit Kosten von rund 120 Franken.

Kosten für einmalige Reise

Doch auch für Kunden, die lediglich für eine einzelne Ferienreise ein Roaming-Paket benötigen, führte Moneyland eine Analyse durch. Angenommen wurde hier, dass der Kunde während 14 Tagen in einem EU-Land 1000 MB Daten-Roaming verbraucht und 60 Telefongespräche von jeweils 2 Minuten führt.

Dank der neuen sekundengenauen Abrechnung, die die Anbieter vornehmen müssen, seien die Kosten im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Am krassesten sei der Preisnachlass bei Coop Mobile, so Moneyland. Statt 98,50 Franken müsse der Kunde nur noch 53,80 Franken bezahlen (-45%). Aber auch bei anderen Anbietern seien die Kosten für dieses Profil um bis zu 28 Prozent gesunken.

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