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Bündner sind die besten Verlierer

Bündner sind die besten Verlierer

Die Bündner Hotellerie hat in der Wintersaison 2020/21 gegenüber dem Vorjahr 6,5 Prozent Logiernächte verloren. So wenig wie keine andere Schweizer Tourismusregion.

Südostschweiz
vor 3 Monaten in
Wirtschaft
Schweizer Gäste retten den Winter: Die Bündner Hotellerie lebt weiterhin fast ausschliesslich von Gästen aus dem Inland.
Bild Archiv

Der Abschluss der Wintersaison war fantastisch: Im April verzeichneten die Bündner Hoteliers ein Logiernächteplus von sagenhaften 2086 Prozent. Dies zeigen die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik. Knapp 210’000 Übernachtungen wurden registriert, im Vorjahr waren es nicht einmal 10’000 gewesen. Natürlich handelt es sich dabei um einen pandemiebedingten statistischen Ausreisser, schliesslich waren die Übernachtungszahlen im April 2020 im Zuge der Lockdown-Massnahmen auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Aber auch im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre blieb für die Bündner Hotellerie im April ein Plus von beachtlichen 56 Prozent, da sich die Zahl der Schweizer Gäste mehr als verdoppelte und damit das Fernbleiben der ausländischen Touristen mehr als ausgeglichen werden konnte.

Auf Schweizer Gäste ist Verlass

Dieses Bild zeigt sich auch für die gesamte Wintersaison, die jeweils von November bis April dauert. Die Bündner Hoteliers büssten – auch dank des starken April – zur Vorjahresperiode lediglich 6,5 Prozent Logiernächte ein. Im Vergleich zum 5-Jahres-Mittel waren es allerdings 14,4 Prozent. Damit zählt der Bündner Tourismus zwar ebenfalls zu den Verlierern; allerdings sanken die Hotelübernachtungen in allen anderen Regionen der Schweiz deutlich stärker. So büsste etwa das Wallis zum Vorjahr 13,2 Prozent ein, die Region Zürich sogar 62,6 Prozent. Landesweit betrug das Minus im vergangenen Winter 26,4 Prozent: 9,4 Millionen Logiernächte wurden insgesamt gezählt.

Dass sich der Rückgang trotz der coronabedingten Reisebeschränkungen einigermassen in Grenzen hielt, liegt an den Schweizerinnen und Schweizern, die während der Pandemie weiterhin fleissig Ferien im eigenen Land machen. Ihre Übernachtungen nahmen im Winter um 22 Prozent zu (im Vergleich zum 5-Jahres-Mittel um 14,6 Prozent). Dagegen verzeichneten sämtliche relevanten Auslandsmärkte – mit Ausnahme von Polen, wo sich die Gästezahl mehr als verdreifachte – mehrheitlich deutliche Einbussen. Jene Ferienregionen mit einem traditionell hohen Anteil an Schweizer Gästen schnitten im Winter denn auch besonders gut ab: etwa Flims Laax (+24 Prozent), Lenzerheide (+11 Prozent), Vals (+46 Prozent) oder Disentis/Sedrun (+8,4 Prozent). (sid)

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