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Tiere mit grösserem Gehirn gähnen länger

Tiere mit grösserem Gehirn gähnen länger

Wirbeltiere mit grösseren Gehirnen und mehr Neuronen gähnen länger. Das zeigt ein internationales Forscherteam mit Zürcher Beteiligung, das für seine Studie rund 1300 verschiedene Gähner von Säugetieren und Vögeln ausgewertet hat.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Wirtschaft
Gähnen ist auch in der Tierwelt weit verbreitet. In einer Studie untersuchten Forschende nun, wie lange verschiedene Säugetiere und Vögel gähnen.
Gähnen ist auch in der Tierwelt weit verbreitet. In einer Studie untersuchten Forschende nun, wie lange verschiedene Säugetiere und Vögel gähnen.
KEYSTONE/EPA/PETRA BERGER

Wie die Wissenschaftler im Fachjournal «Nature Communications» berichten, bestätigen ihre Ergebnisse die Hypothese, dass sich das Gähnen als Kühlmechanismus für das Gehirn entwickelt hat.

In ihrer Studie analysierten die Forscher Videos von gähnenden Säugetieren und Vögeln. Die Aufnahmen stammten aus verschiedenen Online-Quellen, etwa YouTube, wurden von Kollegen oder Zoos zur Verfügung gestellt oder von den Studienautoren selbst aufgenommen. Insgesamt 1291 Gähner wurden von 697 verschiedenen Tieren ausgewertet, die 5 Säugetier- und 46 Vogelarten umfassten.

Es zeigte sich, dass eine klare Beziehung zwischen Gehirnmasse und Neuronenzahl und der Dauer des Gähnens sowohl bei Säugetieren als auch bei Vögeln besteht.

Zudem gähnen Säugetiere bei vergleichbarer Gehirn- und Körpermasse deutlich länger als Vögel. Die Wissenschaftler erklären sich das mit der im Vergleich zu Säugetieren höheren Kerntemperatur der Vögel. Dadurch sei der Temperaturunterschied zur Umgebungsluft grösser und den Vögeln reicht ein kürzeres Gähnen, um den notwendigen Kühleffekt zu erzielen.

Als Ausreisser nannte Margarita Hartlieb von der Universität Wien gegenüber der APA die Nacktmulle, die eigentlich recht kleine Gehirne haben, aber ähnlich lange wie etwa ein Jaguar gähnen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Nacktmulle - als einziges Säugetier - wechselwarm sind, so Hartlieb.

https://doi.org/10.1038/s42003-021-02019-y

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