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Uhrenexporte sinken im Januar noch um 11 Prozent

Uhrenexporte sinken im Januar noch um 11 Prozent

Die Exporte von Schweizer Uhren sind weiter rückläufig. Die Erholung, die sich gegen Ende des vergangen Jahres abzeichnete, hat sich im Januar nicht bestätigt. Einzig die Ausfuhr von Uhren nach China legte erneut deutlich zu.

Agentur
sda
vor 6 Tagen in
Wirtschaft
Uhrenexporte laufen im Januar nur zäh (Symbolbild)
Uhrenexporte laufen im Januar nur zäh (Symbolbild)
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Insgesamt beliefen sich die Uhrenexporte im Januar auf 1,59 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Minus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilte.

Der Rückgang gegenüber der Vor-Corona-Zeit ist damit wieder markanter als in den Monaten Oktober, November und Dezember, als das Minus erstmals seit Beginn der Pandemie nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich lag. Im April waren die Ausfuhren von Zeitmessern wegen Ladenschliessungen und Reisebeschränkungen um über 80 Prozent eingebrochen, ab Juni hatte dann die Erholung eingesetzt, obwohl der Rückgang damals immer noch gut ein Drittel betrug.

China als Ausnahme

Gesteigert werden konnten die Exporte im Januar bei den wichtigsten Absatzmärkten einzig nach China. Das «Reich der Mitte» hat die Pandemie schneller als etwa die USA oder Europa in den Griff bekommen, was auch dem Konsum zugutekam. Da Chinesen kaum mehr auf Reisen gehen, kaufen sie teure Uhren und Schmuck vermehrt im eigenen Land ein. Im Januar kletterten die Exporte von Schweizer Uhren nach China erneut um deutliche 58 Prozent in die Höhe, nachdem bereits in den Monaten davor starke zweistellige Wachstumsraten vermeldet worden waren.

Bei allen anderen wichtigen Absatzmärkten sind die Exporte dagegen gesunken, wobei nach Angaben des FH insbesondere in Japan und Grossbritannien staatlich verhängte Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie einen negativen Einfluss hatten.

Weiter fortgesetzt hat sich im Januar auch der Trend, dass günstigere Zeitmesser gegenüber teuren Schweizer Uhren an Boden verlieren. Uhren von Marken wie Swatch und Certina oder von Modelabels wie Puma oder Guess setzt nicht nur die Coronakrise, sondern seit längerem die wachsende Konkurrenz der Apple Watch oder von Fitnesstrackern zu.

So sackten im Januar die Ausfuhren von Schweizer Uhren mit Exportpreisen von unter 200 Franken wertmässig um rund 30 Prozent ab und Exportumsatz mit Uhren in der Preisklasse 200 bis 500 Franken sanken um knapp 26 Prozent. Bei Uhren im Luxussegment musste die Uhrenbranche dagegen lediglich einen Rückgang von 4 Prozent hinnehmen.

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