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Amazon-Gründer Bezos kündigt Rücktritt als Konzernchef an

Amazon-Gründer Bezos kündigt Rücktritt als Konzernchef an

Der Internet-Konzern Amazon stellt die Weichen für einen Chefwechsel. In der zweiten Jahreshälfte will Jeff Bezos, der den Konzern vor über einem Vierteljahrhundert gründete, das Zepter weiterreichen.

Agentur
sda
vor 2 Monaten in
Wirtschaft
Jeff Bezos tritt von seinem Amt als Konzernchef des Online-Händlers Amazon zurück, hat aber als Chef des Verwaltungsrates auch künftig starken Einfluss auf das Geschäft. (Archivbild)
Jeff Bezos tritt von seinem Amt als Konzernchef des Online-Händlers Amazon zurück, hat aber als Chef des Verwaltungsrates auch künftig starken Einfluss auf das Geschäft. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/MICHAEL NELSON

Der weltgrösste Onlinehändler Amazon leitet einen Wechsel an seiner Konzernspitze ein. Unternehmensgründer Jeff Bezos wird den Vorsitz im dritten Quartal 2021 an Andy Jassy abgeben, den Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts. Das teilte Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss in Seattle mit.

Vom Online-Buchladen zum Weltkonzern

Bezos dürfte als Chef des Verwaltungsrates (Executive Chair) auch nach seinem Rücktritt grossen Einfluss beim Konzern ausüben. Der 57-jährige Top-Manager gründete Amazon 1994 und baute das Unternehmen vom Online-Buchladen zum Billionen-Konzern auf. Mit einem geschätzten Vermögen von 188 Milliarden Dollar ist Bezos derzeit gemäss «Bloomberg Billionaires Index» der zweitreichste Mensch der Welt. Amazon beschäftigt mehr als 800'000 Personen.

In einem Memo an die Amazon-Mitarbeiter erklärte Bezos, dass es bei seiner Entscheidung nicht darum gehe, sich in den Ruhestand zu verabschieden. «Ich hatte noch nie mehr Energie», betonte der Konzernchef. «Amazon ist derzeit so erfinderisch wie nie zuvor. Das ist die optimale Zeit für eine Übergabe.»

Zeit für andere Projekte

In seiner zukünftigen Rolle als Verwaltungsratschef wolle er seine Energie und Aufmerksamkeit auf neue Produkte und Initiativen ausrichten. Ausserdem gewinne er so mehr Zeit für andere Projekte wie seine Stiftungen, seine Raumfahrtfirma Blue Origin oder die Zeitung «The Washington Post», die in seinem Privatbesitz ist.

Nachfolger Jassy kann zwar an den Bekanntheitsgrad von Bezos nicht heranreichen, allerdings verantwortet er mit AWS den weltgrössten Cloudanbieter, der für den US-Konzern immer wichtiger wird. Amazon profitiert davon, dass immer mehr Unternehmen darauf verzichten, eigene, teure Rechenzentren zu betreiben. Stattdessen nehmen sie lieber die Dienste von Cloud-Plattformen in Anspruch. Jassy arbeitet bereits seit 1997 für Amazon und hat AWS aufgebaut.

Kräftiges Wachstum

Zugleich legte Amazon Zahlen für das vierte Quartal und das letzte Geschäftsjahr vor, die die Markterwartungen weit übertrafen. In den drei Monaten bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz dank des Bestell-Booms in der Coronakrise und eines starken Weihnachtsgeschäfts erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legte der Umsatz um 44 Prozent auf 125,6 Milliarden Dollar zu. Den Nettogewinn konnte Amazon auf 7,2 Milliarden Dollar deutlich mehr als verdoppeln.

Der Online-Gigant profitierte abermals stark von seinem Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Die vom zukünftigen Konzernchef Jassy geführte AWS-Plattform, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28 Prozent 12,7 Milliarden Dollar und blieb damit etwas unter den Erwartungen. Das Betriebsergebnis kletterte derweil um 37 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar, woran klar zu erkennen ist, was für ein attraktiver Gewinnbringer Amazons Cloud-Flaggschiff weiterhin ist.

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