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Geberit schlägt sich 2020 trotz Corona mehr als achtbar

Geberit schlägt sich 2020 trotz Corona mehr als achtbar

Geberit hat im Geschäftsjahr 2020 den Vorjahresumsatz knapp verpasst. Ohne die negativen Währungseinflüsse ergab sich trotz der coronabedingten Baustellenschliessungen im Frühjahr gar ein leichtes Wachstum. Zu einem Wechsel kommt es auf der Position des Finanzchefs.

vor 1 Monat in
Wirtschaft
Geberit steigert 2020 Marge trotz geringerem Umsatz. (Archiv)
Geberit steigert 2020 Marge trotz geringerem Umsatz. (Archiv)
KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Der Konzernumsatz nahm um 3,1 Prozent auf 2,99 Milliarden Franken ab, wie der Sanitärtechnikkonzern am Donnerstag mitteilte. Dabei wurden die Verkäufe von negativen Währungseffekten in der Höhe von 136 Millionen gemindert. In lokalen Währungen ergab sich somit gar ein leichtes organisches Wachstum von 1,3 Prozent.

Der Umsatz lag damit im oberen Bereich der Erwartungen der Analysten. Geberit selber hatte Ende Oktober für das Gesamtjahr einen währungsbereinigten Umsatz leicht unter Vorjahr in Aussicht gestellt, ohne konkreter zu werden.

Die Covid-bedingten Restriktionen hätten vor allem im zweiten Quartal zu einem deutlichen Rückgang geführt, so Geberit. Dies habe aber im zweiten Semester kompensiert werden können. Trotz der Krise seien damit weitere Marktanteile gewonnen worden. Geberit führt dies auf den Verzicht von Kurzarbeit zurück sowie auf ein «umsichtiges Krisenmanagement» und eine starke Marktposition.

Wachstum im viertes Quartal bleibt robust

Das Wachstumstempo hat sich im vierten Quartal nach einem starken dritten aber wie angekündigt wieder verlangsamt, wenn auch nur minim. Der Umsatz erreichte von Oktober bis Dezember 724 Millionen Franken, entsprechend einem währungsbereinigten organischen Wachstum von 6,8 Prozent. Im dritten Quartal hatte dieser Wert noch bei +8,5 Prozent gelegen.

In der Hauptregion Europa entwickelten sich die Märkte im vierten Quartal unterschiedlich. Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland, wo Geberit knapp ein Drittel der Produkte absetzt, zogen die Verkäufe organisch um über 13 Prozent an und im ebenfalls wichtigen Heimmarkt Schweiz um 8,6 Prozent.

Geberit profitierte dabei im zweiten Semester von Nachholeffekten, einem wieder zunehmenden Lageraufbau beim Grosshandel sowie von den staatlichen Konjunkturprogrammen. Der wichtigste Einfluss in Deutschland sei die temporäre Reduktion der Mehrwertsteuer gewesen.

In den übrigen Regionen und Ländern Europas lagen die Wachstumsraten im Schlussquartal mehrheitlich im tiefen einstelligen Prozentbereich, geschrumpft ist lediglich der

Markt auf der Iberischen Halbinsel. In den Regionen America und Asien/Pazifik wuchs Geberit zweistellig.

Von den drei Produktbereichen lief es im Bereich Installationen & Spülsysteme mit einem zweistelligen Wachstum am besten. Der Bereich Badezimmer-Systeme zog im hohen einstelligen Prozentbereich an und der Bereich Rohrsysteme im tiefen.

Marge steigt auf hohem Niveau weiter

Mit Blick auf das Ergebnis wurden die Aussagen vom vergangenen Oktober, wonach die operative Cashflow-Marge (EBITDA) jene aus dem Vorjahr (29,3%) übertreffen werde, präzisiert. Es wird nun eine Marge von rund 31 Prozent erwartet. Die Gewinnzahlen sowie den vollständigen Geschäftsbericht wird Geberit allerdings erst am 10. März veröffentlichen.

Weiter gab das Unternehmen den Rücktritt des langjährigen Finanzchefs Roland Iff auf Ende 2021 bekannt. Er startete seine Laufbahn bei Geberit bereits 1993. Im Jahr 2005 übernahm er die Finanzen und seither ist er auch Teil der Konzernleitung.

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