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Präsident von Gastro Graubünden: «Wir werden jetzt bestraft»

Präsident von Gastro Graubünden: «Wir werden jetzt bestraft»

Die vom Bundesrat angeordnete Schliessung der Restaurants stösst den Bündner Gastronomen sauer auf. Franz Sepp Caluori erklärt, was ihn besonders enttäuscht und weshalb trotzdem Hoffnung bestehe.

Südostschweiz
18.12.20 - 17:30 Uhr
Wirtschaft
DV Gastro Graubünden
Franz Sepp Caluori ist von den Massnahmen des Bundesrats enttäuscht. Damit bestrafe man die Bündner Gastrobranche.
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Der Bundesrat hat heute unter anderem die Schliessung der Schweizer Gastroszene beschlossen. Den Bündner Gastronomen passt dies nicht. Gegenüber Radio Südostschweiz macht Franz Sepp Caluori, Präsident von Gastro Graubünden, seinem Unmut Luft: «Ich bin sehr enttäuscht wegen dieser Schliessung, weil wir mit den welschen Kantonen und mit Basel diese Massnahmen schon getroffen hatten. Eigentlich werden wir jetzt bestraft, dass wir geschlossen haben und uns um die Fallzahlen gekümmert haben. Die anderen Kantone haben nichts gemacht, alles schleifen gelassen und sind jetzt gleich weit wie wir.»

Trotzdem habe er diesen Schritt erwartet, sagt er. «Aber wegen der Schliessung muss unbedingt eine Entschädigung vom Bund vorgenommen werden. Die Gastronomie hatte in diesen 18 oder 20 Tagen rund 30 Millionen Umsatzverlust im ganzen Kanton – nur die Gastronomie.»

Dass man nun für die bereits getroffenen Massnahmen nicht belohnt werde, sei mühsam. «Die Regierungsräte haben ja angesprochen, dass wenn man die Reproduktionszahl unter 1 bringt und unter dem Schweizer Durchschnitt ist, früher wieder öffnen kann. Und genau das war das Ziel, als wir mit dem Kanton und den Bergbahnen diesen Teillockdown in Graubünden verlängert haben.»

«Alle müssen am gleichen Strick ziehen»

Die Hoffnung aufgegeben hat Caluori aber immer noch nicht. «Es ist noch ein kleines Türchen offen, das wir doch noch irgendwann öffnen können. Aber dann müssen alle am gleichen Strick ziehen und diese Massnamen wirklich einhalten. Und da muss der Kanton nochmals einen Appell an die Bevölkerung machen. Jetzt brennt die Gastrobranche, wie wir am Donnerstag am Schweizerischem Aufruf gesehen haben. Wenn jetzt keine Entschädigung kommt und wir nicht noch öffnen können, dann brennt es lichterloh. Dann gibt es viele Konkurse. Das müssen wir unbedingt vermeiden.»

Seine Prognose für Graubünden ist deutlich: «Ich glaube, die Zahlen werden bei uns sinken. Alle anderen Kantone, die nichts gemacht haben, bei denen werden die Zahlen erst noch steigen. Ich glaube, wir schaffen das in Graubünden. Vielleicht nicht mehr auf Weihnachten, aber ich hoffe, dass wir das zwischen Weihnachten und Neujahr erreichen und dann könnten wir sogar vor Ende Jahr wieder öffnen.»

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