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«It's all right to be left» - Sind Lefties Rechtshändern überlegen?

Seit 1976 wird am 13. August der Linkshändertag begangen. Er soll auf die Beeinträchtigungen von Linkshändern aufmerksam machen. Ihnen wurde geholfen, mit linken Büchsenöffnern und Scheren - und vor allem mit Achtung vor ihren geistigen und kreativen Fähigkeiten.

Agentur
sda
Montag, 10. August 2020, 08:00 Uhr Bern
Rafael Nadal ist Rechtshänder, liess sich aber auf links "drehen", weil Linkshändigkeit in Kontaktsportarten ein Vorteil ist. (Archivbild)
Rafael Nadal ist Rechtshänder, liess sich aber auf links "drehen", weil Linkshändigkeit in Kontaktsportarten ein Vorteil ist. (Archivbild)
Keystone/EPA AAP/DAVE HUNT

Fünf der acht letzten US-Präsidenten (seit 1974) waren Linkshänder: Gerald Ford, Ronald Reagan, George H. W. Bush, Bill Clinton, Barack Obama. Die übrigen drei, Jimmy Carter, George W. Bush, Donald Trump agierten - freundlich ausgedrückt - eher glücklos. Zufall? Oder sind Linkshänder tatsächlich cleverer als Normalos?

Ja und nein. Unter Hochbegabten gibt es zwar überdurchschnittlich viele Lefties - der Superhirn-Club Mensa behauptet, jedes fünfte Mitglied sei linkshändig. Aber auch bei den Minderbegabten sind Linkshänder übervertreten.

Nadal schulte auf Linkshänder um

Eine gewisse neurophysiologische Überlegenheit ist Linkshändern nicht abzusprechen: Sie denken ganzheitlicher. Das kommt daher, dass in der für die linke Körperhälfte zuständigen rechten Gehirnhälfte das räumliche Denken lokalisiert ist. Die zahlreichen Schwierigkeiten, denen sie im Alltag begegnen, zwingen sie zudem zu originellen Lösungen und führen zu einer stärkeren Vernetzung der beiden Hirnhälften.

Das soll sich auch auf ihre Kreativität auswirken, sagt man, und zählt die berühmten Linkshänder auf: Goethe, Kafka, Bichsel, Newton, Einstein, Gates, Michelangelo, Picasso, Klee, Beethoven, Mozart, Sting, Marilyn Monroe, Greta Garbo, Angelina Jolie. Und es gibt noch viele mehr. Ein Beweis ist das nicht, aber ein Indiz?

Auch im Sport schwingen Lefties oft obenaus, namentlich in Kontaktsportarten. Denn im Gegensatz zu den Rechtshändern sind sie spiegelbildliche Gegner gewohnt. Rafael Nadal polte sich sogar extra zum Linkshänder um, um von diesem Vorteil Gebrauch zu machen.

Ein ganzer Ort voller Linkshänder

Linkshändige Paare haben nur eine 25-prozentige Chance, ein linkshändiges Kind zu bekommen. Sind beide Rechtshänder, beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch knapp 10 Prozent. Etwa jeder achte bis zehnte ist Linkshänder. Die Dunkelziffer (zum Rechtshänder umgeschult) beträgt weitere 10-20 Prozent.

In Asien ist ihr Anteil geringer, nur 4 Prozent der Koreaner bevorzugen die Linke. Im Springfield der Simpsons dagegen macht jeder dritte alles mit links. Wie der Schöpfer der Serie, Matt Groening.

100 Prozent Linkshänder hat eine kleine Gemeinde in West Virginia: Sie heisst Left Hand und wird von etwa 400 Lefthanders bewohnt.

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