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Aussichten für Stellensuchende haben sich kaum verbessert

Die kurzfristigen Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt haben sich im dritten Quartal 2020 nur unwesentlich verbessert. Zwar haben sie sich von ihrem historischen Einbruch im zweiten Quartal etwas erholt, doch bleiben sie trüb.

Agentur
sda
Montag, 03. August 2020, 09:37 Uhr Zürich
Ein Arbeitsloser blättert in einem Stellenanzeiger (Symbolbild).
Ein Arbeitsloser blättert in einem Stellenanzeiger (Symbolbild).
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Trotz der Aufhebung des Lockdowns bleibt der entsprechende Indikator Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich der mit einem Wert von -12,9 Punkten klar im negativen Bereich. In der Industrie und im Gastgewerbe seien die Aussichten gar ähnlich schlecht wie vor drei Monaten, teilte die KOF am Montag mit.

Und in den kommenden Monaten sei mit einem weiteren Stellenabbau zu rechnen. Im Vormonat lag der Wert bei -20,6 Punkten (revidiert von -19,9 Pkt), dies nach dem laut KOF schnellsten und stärksten Einbruch seiner beinahe 30-jährigen Geschichte.

Die nun im dritten Quartal festgestellt Erholung reiche noch nicht für eine Entwarnung, denn der Indikator liege weiterhin auf einem sehr tiefen Niveau. In den vergangenen 15 Jahren habe der Index lediglich drei Mal noch tiefer gelegen.

Die Unterschiede innerhalb der einzelnen Branchen sind laut KOF beträchtlich. In einigen der Branchen, die besonders stark unter den direkten Folgen der angeordneten Betriebsschliessungen gelitten hätten, hätten sich die kurzfristigen Aussichten nach dem Lockdown aufgehellt, so etwa im Baugewerbe, im Detailhandel oder bei den übrigen Dienstleistungen.

Aber auch in diesen Branchen sei es für eine Entwarnung noch zu früh, denn die Beschäftigungsindikatoren befänden sich auch hier weiterhin im negativen Terrain. Bemerkenswert sei dies insbesondere für den Bereich übrige Dienstleistungen, da dieser wegen eines strukturellen Stellenaufbaus üblicherweise deutlich im positiven Bereich liege.

Gastgewerbe leidet

Als unerfreulich erachtet die KOF die Situation im Gastgewerbe. Dort liege der Indikator mit -40 Punkten praktisch gleich tief wie ein Quartal zuvor. Und vor 2020 sei es noch nie vorgekommen, dass der Indes tiefer als bei -30 Punkten gelegen habe.

Der Beschäftigungsindikator wird aus den Konjunkturumfragen der KOF berechnet. Die Auswertungen für dieses Quartal basieren auf den Antworten von rund 4'500 Unternehmen, die im Juli zu ihren Beschäftigungsplänen und -erwartungen befragt wurden.

Gegenwärtig gibt es deutlich mehr Unternehmen, die ihre Beschäftigung als zu hoch beurteilen und deswegen in den kommenden Monaten einen Beschäftigungsabbau planen als umgekehrt.

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