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15 Prozent weniger Lohn für die Ems-Chemie-Spitze

Kürzlich ist bekannt geworden, dass die Unternehmensleitung der Ems-Chemie auf 15 Prozent ihres Gehalts verzichte - wegen Corona. «suedostschweiz.ch» hat nachgefragt.

Mara
Schlumpf
Freitag, 26. Juni 2020, 16:30 Uhr Wegen Corona
Magdalena Martullo-Blocher
Magdalena Martullo-Blocher verzichtet vorübergehend auf 15 Prozent ihres Lohns.
PHILIPP BAER

Die Coronapandemie hat Unternehmen landesweit zugesetzt. Während einige Unternehmen Kurzarbeit anmelden, Kredite aufnehmen oder gar Leute entliessen, geht die Ems-Chemie einen anderen Weg. Der Tagesanzeiger berichtete diese Woche, dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung auf 15 Prozent ihres Salärs und Honorars verzichten würden.

Die Ems-Chemie habe keine Kurzarbeit angemeldet, heisst es auf Nachfrage von «suedostschweiz.ch». «Die tiefere Auftragslage fängt die Ems-Chemie in der Schweiz mit dem Jahresarbeitszeitmodell auf. Die Mitarbeiter arbeiten weniger, erhalten aber jederzeit den vollen Lohn». Corona-Entlassungen habe es dank diesem Modell keine gegeben.

Allerdings sieht sich die Firma auch in den nächsten Monaten mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. «Die internationale Nachfrage wird auch in den nächsten Monaten noch nicht das Niveau von vor Corona erreichen.»

Rundum zufrieden mit dem Bundesrat ist Frau Martullo indes nicht. «Der Bundesrat unterschätzte die Situation zu Beginn und setzte sich zu wenig konsequent durch. Nach dem Shutdown brauchte es enormen Druck, damit er den Mut hatte, die strengen Massnahmen wieder zu lockern. Er war auch hier zu spät und zum Teil seltsam inkonsequent», sagt sie.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung verzichten freiwillig auf 15 Prozent der Honorare und Saläre bis keine ausserordentlichen Corona-Massnahmen mehr notwendig seien, heisst es seitens Ems-Chemie. Das eingesparte Geld bleibe in der Firma.

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Ist das die volle Wahrheit?
Bei einer Firma, welche zur Gruppe der Ems Chemie gehört, nämlich die Eftec AG in Romanshorn lief es ein wenig anders.

"Mancherorts werden nun auch langjährige MitarbeiterInnen einfach entlassen – etwa bei der Ems-Chemie, die jährlich Millionendividenden ausschüttet."

Artikel hier:
https://www.woz.ch/-a7e9

Und was bedeutet 15% weniger Lohn?
Frau Martullo - Blocher könnte sich tatsächlich 15% weniger Lohn geben und im Gegensatz dafür aber mehr Dividenden bekommen... Damit würde sie womöglich gar noch bei Steuern und Sozialabgaben profitieren.

Jahresarbeitszeit ist auch ein neoliberaler, weiterer Schritt zur weiteren Aufweichung des Arbeitsgesetzes.
Geht dann in Richtung Abrufarbeit was bedeutet, bei wenig Arbeit zu Hause bleiben und bei viel Arbeit Überstunden schieben, wenn nicht gar noch Sonntagsarbeit leisten.

Auch den Bundesrat zu kritisieren ist so einfach. Frau Martullo Blocher hat mit ihrer Masken Show im Bundeshaus ja selbst den Bundesrat unter Handlungszwang gesetzt. Daher womöglich auch die übertriebenen Corona Regeln.

Was man auch unbedingt wissen sollte, nicht für alle Menschen sind Masken geeignet.
Edwin Bölke, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radio­onkologie des Universitätsklinikum Düsseldorf, erklärt, dass nicht nur die richtige Hand­habung der Masken entscheidend ist. Es gebe auch Menschen gibt, bei denen die Bede­ckung von Mund und Nase kontraindiziert sei.

Edwin Bölke: Nicht für jeden Menschen ist das Tragen einer Maske unbedenklich. Das gilt für alle Patienten mit einer symptomatischen und instabilen Angina pec­toris und einer symptomatischen chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) beziehungsweise einge­schränkter Lungenfunktion.

Bei starker körperlicher Anstrengung besteht bei ihnen die Gefahr der Hyperkapnie. Kann das Kohlendioxid (CO2) aufgrund des erhöhten Luftwiderstands in der Maske nicht richtig abgeatmet werden, könnte es sich im Blut anreichern und den pH-Wert im Blut senken. Der erhöhte CO2-Partialdruck würde dann zu einer respiratorischer Azidose führen.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112344/Nicht-fuer-jeden-ist-das-…

Gerade Patienten mit COPD, Asthma oder anderen schweren Atemwegserkrankungen laufen dann Gefahr, an Atemkraft zu verlieren und weniger Kohlendioxid ausatmen zu können.

Deshalb sollten diese Patienten wirklich dichte Masken immer nur in Absprache mit dem Arzt tragen, betont Dr. Barczok.

Von dieser Problematik hört man bei den Corona Regeln gar nichts.
Aber falls wir einen Hitze-sommer bekommen kann man dann vielleicht bald mal lesen, x-Anzahl Menschen wegen Masken kollabiert?