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Den Chauffeuren wieder nahe sein

Wegen der Coronakrise hat der «Bus vu Chur» sein Angebot eingeschränkt. Unter anderem war der Kauf von Fahrscheinen nur noch digital möglich. Nun geht Chur Bus einen Schritt weiter in Richtung Normalität. Ab dem 19. Juni dürfen Chauffeure den Fahrgästen wieder Billette verkaufen.

Südostschweiz
Donnerstag, 18. Juni 2020, 16:19 Uhr Tickertverkauf möglich
In Churer Bussen dürfen Fahrgäste ihre Billette wieder beim Chauffeur kaufen.
BUS UND SERVICE AG

Während der Coronakrise hat Chur Bus entschieden, den Ticketverkauf beim Chauffeur einzustellen. Nun soll dies aber ab dem 19. Juni wieder möglich sein, wie Chur Bus in einer Mitteilung schreibt. Grund dafür seien die gesammelten Erfahrungen und Abstimmungen mit den weiteren Anbietern im Schweizer ÖV.

In Zeiten von Distanzregeln und Hygienemassnahmen wollte Chur Bus seine Chauffeure schützen. Daher waren die letzten Wochen Billette nur digital lösbar. Ebenfalls blieb die erste Sitzreihe abgesperrt. Diese solle zwar weiterhin gesperrt bleiben, jedoch dürften alle Personen, die kein Billett haben und nicht auf digitale Alternative ausweichen könnten, ihren Fahrschein wieder beim Fahrpersonal lösen, heisst es weiter.

Probelauf war entscheidend

In einem Vorlauf wurden bereits die elektronischen Mehrfahrtenkarten (Chip Card) von den Chauffeuren verkauft. Laut Mitteilung hat dieser Probelauf gezeigt, dass die Wiedereröffnung des Billettverkaufes im Bus möglich ist. Trotzdem werden Kundinnen und Kunden, welche bereits im Besitz gültiger Fahrausweise sind, gebeten, weiterhin bei den hinteren Türen einzusteigen. Auch appelliert Chur Bus an die Fahrgäste, die bestehenden digitalen Möglichkeiten zu nutzen oder auszuprobieren.

Ralf Kolleger, Unternehmensleiter der Bus und Service AG betont: «Eine möglichst kontaktarme Bewältigung des Alltages ist weiterhin ein sehr wichtiger Aspekt des allgemeinen Schutzkonzeptes. Darum raten wir unseren Kundinnen und Kunden die Billette nach Möglichkeit weiterhin kontakt- und bargeldlos zu beziehen.»

Digitale Lösung bringt Vorteile

Zusätzlich zum kontaktarmen Bezahlen hätten die digitalen Fahrscheine auch einige positive Nebeneffekte. Denn wie Chur Bus schreibt, profitierten die Fahrgäste zu einem von einer automatischen Abrechnung sowie öfters von vergünstigten Fahrpreisen. Zum anderen sei die digitale Variante einfach und zeitunabhängig. Von der eingesparten Zeit würden auch andere Fahrgäste in Form von pünktlicheren Verbindungen profitieren

Ob in Zukunft die digitalen Tickets über Hand nehmen, sei aber noch unklar. «Wohin die Reise beim Ticketing führt, ist ein offenes Geheimnis. Die während der Coronakrise gemachten Erfahrungen begünstigen die kontaktlose Bezahlung. Ich bin überzeugt, dass gerade in Graubünden als Tourismuskanton solche Bestrebungen wichtig sind», so Kolleger.

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Tickets kaufen ist das Eine. Aber vorne ein- und aussteigen hat halt auch den Vorteil, dass der Chauffeur dann sieht, ob die Kundin schon ganz drin oder draussen ist. Wenn man mit Stock oder Krücken unterwegs ist, und die Stufen für das athletische Können etwas hoch erscheinen, kann das wichtig sein. Und der Chauffeur senkt oft den Bus, wenn er sieht, dass das für jemanden nützlich wäre. Das geschah zu Corona-Zeiten eher weniger.