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VW bringt Elektroauto ID.3 verspätet im September auf den Markt

Es war eine Zitterpartie, doch nun sind die Vorbereitungen abgeschlossen: Das neue VW-Elektroauto ID.3 soll mit etwas Verspätung im September auf den Markt kommen. Die Wagen werden aber noch nicht den kompletten IT-Funktionsumfang besitzen.

Agentur
sda
Mittwoch, 10. Juni 2020, 18:07 Uhr Zwickau/Wolfsburg
Das Elektroauto ID.3 von VW soll mit leichter Verspätung im September auf den Markt kommen. Ursprünglich waren die ersten Auslieferungen in Europa noch im Sommer geplant. Arbeiten an der IT-Ausstattung führt zu Verzögerungen.(Archivbild)
Das Elektroauto ID.3 von VW soll mit leichter Verspätung im September auf den Markt kommen. Ursprünglich waren die ersten Auslieferungen in Europa noch im Sommer geplant. Arbeiten an der IT-Ausstattung führt zu Verzögerungen.(Archivbild)
KEYSTONE/EPA/UWE MEINHOLD

Der offizielle Verkaufsstart des VW-Elektromodells ist nun in den meisten Ländern Europas in der Kalenderwoche 37, also vom 7. bis 13. September, geplant, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Vertriebschef Jürgen Stackmann hatte die ersten Auslieferungen ursprünglich «im Sommer» in Aussicht gestellt, allerdings hakte es in der Software-Ausstattung.

Der ID.3 soll eine Serie vollelektrischer Fahrzeuge begründen, in die Volkswagen in den kommenden Jahren Milliarden steckt. Er gilt 2020 als das zentrale Projekt des weltgrössten Autokonzerns. Ab Herbst dürfte der Wagen wohl auch in der Schweiz erhältlich sein.

Updates folgen

Die allermeisten Funktionen, 254 von insgesamt 256, sollen von Beginn an verfügbar sein. Später können die Kunden dann auch «App-Connect» - eine Spiegelung der Smartphone-Benutzeroberfläche im Softwaresystem des Autos - sowie eine Erweiterung der Anzeigen im Fahrersichtfeld («Head-up-Display») verwenden.

Ziel des Autobauers ist es, bis Ende des ersten Quartals 2021 alle Ausstattungen voll anbieten zu können. Auch andere Anwendungen sollen in regelmässigen Abständen aktualisiert werden.

Den Start verbindlicher Bestellmöglichkeiten für registrierte Vorbucher bestätigte VW für den kommenden Mittwoch. Etwa einen Monat später sollen auch sonstige Kunden das Auto ordern können. Der ID.3 ist erst als höher ausgestattete «First Edition» bestellbar, die Stückzahl ist hier auf 30 000 Fahrzeuge begrenzt. Ab Mitte Juli lässt sich auch die Basisversion auswählen.

In Zwickau gebaut

In der Einstiegsvariante soll der Wagen nach bisherigen Planungen unter 30'000 Euro kosten. Damit will man das Problem angehen, dass reine Elektrofahrzeuge mit grösserer Reichweite bisher für viele Konsumenten zu teuer waren. «Das Auto unterstreicht unseren Anspruch, alltagstaugliche und bezahlbare emissionsfreie Mobilität für alle anzubieten», sagte Kernmarken-Leiter Ralf Brandstätter.

Volkswagen steckt bis 2024 konzernweit 33 Milliarden Euro in die E-Mobilität - davon entfällt ein Drittel auf die Hauptmarke, die für 2025 mit 1,5 Millionen produzierten Elektrofahrzeugen rechnet. Der ID.3 ist für den Autohersteller ausserdem wichtig, um dieses und nächstes Jahr die schärferen CO2-Vorschriften in der EU zu schaffen.

Das Auto wird für den europäischen Markt im Werk Zwickau gefertigt, auch andere Standorte baut VW für die Produktion reiner E-Modelle um. Auf dem Parkplatz des sächsischen Standorts reihten sich wegen der Software-Verzögerungen zuletzt viele Wagen, die zwischengelagert und erst später mit dem kompletten Programmumfang bespielt werden.

Während des Beginns der Corona-Krise hatten die Bänder auch hier einige Wochen stillgestanden. Nachdem viele Beschäftigte aus der Kurzarbeit zurück waren, sei es «mit voller Kraft» weitergegangen, hatte das Unternehmen erklärt. Die Stimmung in der Belegschaft ist verhalten optimistisch - und ein wenig aufgeregt: «Die Mannschaft arbeitet mit Hochdruck am Hochlauf», sagt Betriebsrat Jens Rothe.

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