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Immer weniger Bauernhöfe, immer mehr Mutterkühe

Wie im Rest der Schweiz nimmt auch in Graubünden die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe stetig ab. Die Vorreiterrolle in Sachen Bio bleibt bestehen.

Südostschweiz
Montag, 18. Mai 2020, 04:30 Uhr Landwirtschaftsstatistik
Landwirtschaft Vieh
Immer mehr Bündner Alpen werden mit Mutterkühen und ihren Kälbern bestossen.
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50‘038 Landwirtschaftsbetriebe waren 2019 in der Schweiz registriert, 1,6 % weniger als 2018, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Dienstag mitteilte. Der Trend zu immer weniger landwirtschaftlichen Betrieben setzt sich damit fort. Im langjährigen Vergleich zeigt sich dieser Rückgang deutlich: 2000 waren es noch 70‘537 Betriebe mit einer durchschnittlichen Nutzfläche von rund 15 Hektar pro Betrieb. 2019 konnte jeder Betrieb knapp 21 Hektar Land nutzen.

Auch in Graubünden ist die Anzahl der Betriebe rückläufig (Anzahl Betriebe in Tausend), wie die folgende Grafik zeigt:

Im langjährigen Vergleich fällt der Rückgang der Anzahl Betriebe noch deutlicher aus:

Die gesamte Nutzfläche stieg in Graubünden im Jahr 2000 von 52‘949 auf 56‘177 Hektare im vergangenen Jahr. Die nutzbare Fläche pro Betrieb erhöhte sich dabei von 16 auf 25 Hektare.

Auch der Trend zu immer weniger Milchkühen hält in der Schweiz an. Im Vergleich zum Vorjahr nennt das BfS einen Rückgang von 1,7%; gegenüber 1999 wird gar ein Rückgang von 19 Prozent verzeichnet. Dafür werden immer mehr Mutterkühe gehalten: Gegenüber 2018 nahm ihr Bestand schweizweit um 2,2 % zu, innerhalb von 20 Jahren hat sich ihre Anzahl gar verdreifacht (1999: 41'200; 2019: 128'300).

2013: Das Bündner Ziegenjahr

Die Anzahl Ziegen in Graubünden bewegte sich in den letzten fünf Jahren um 9000. In den vergangenen 20 Jahren wurden im Jahr 2013 die meisten Ziegen gehalten: Damals waren es 11‘654.

Über die Hälfte sind Biobetriebe

Gemäss BfS wenden sich schweizweit immer mehr Landwirtschaftsbetriebe dem biologischen Landbau zu. 2019 arbeiteten gesamtschweizerisch 7284 Betriebe nach den Bio-Richtlinien, 3,6% mehr als 2018.

Graubünden ist dabei ein Vorreiter in Sachen Bio. Wie Bernadette Arpagaus von Bio Grischun auf Anfrage sagt, hat Graubünden seit 20 Jahren den prozentual höchsten Anteil an Biobetrieben. Derzeit sind gemäss Arpagaus 1198 Bündner Landwirtschaftsbetriebe Bio-Knospen-zertifiziert. (sz)

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